| Allgemeine Regeln | Methoden | eigene Erfahrungen |
Vergesellschaftung von Nagern

Nager sind zwar meistens sehr soziale Tiere und wollen niemals allein sein, aber trotzdem kann man nicht einfach ein neues Mitglied integrieren oder auch ein altes Mitglied reintegrieren.
Es gibt ein einer Gruppe immer eine Rangordnung und Eindringlinge sind nicht gern gesehen.
Bei der Vergesellschaftung braucht man viel Zeit und Geduld, damit dann beim Zusammensetzen das Risiko so gering wie möglich ist.
Außerdem muss immer bedacht werden, dass eine Gruppe auch wieder zerfallen kann, auch wenn es Geschwister sind, kann es zu blutigen Streitereien kommen.
Es gibt einige Regeln die beachtet werden sollten:
- Hamster sind in der Regel Einzelgänger
- es müssen immer gleichviel oder mehr Weibchen als Männchen in der Gruppe sein
- oft sind Gruppen von 3 Tieren nicht geeignet, da es bei Tieren zu Grüppchenbildung kommen kann und hier dann einer unterdrückt wird bzw. allein ist.
- eine rein männliche Gruppe kann bei vielen Arten zu Problemen führen
- meist ist es einfacher Jungtiere in eine Gruppe zu integrieren, da ein Schutzinstinkt bei den adulten Tieren hervorgerufen wird (Kindchenschema).
- bei gemischten Gruppen sollte man auch daran denken, dass es schnell zu Nachwuchs und somit Platzproblemen kommen kann
Methoden:
- Anfangs die Käfige dicht aneinander stellen oder ein großen Käfig mit einem Trenngitter teilen.
Somit können sich die Nager beschnuppern, aber nicht verletzen.
Wenn man dann sieht, dass sie sich ruhig verhalten und vllt. sich sogar am Gitter ankuscheln kann man weiter mache
(einige Tiere können hier ein aggressives Verhalten zeigen, da sie nicht an das andere Tier rankommen, in diesem Fall sollte abgebrochen werden) - Die Tiere auf neutralem Boden unter Beobachtung sich kennenlernen lassen, ohne dass einer sein Revier verteidigen will.
Kommt es zu Streitigkeiten niemals mit der bloßen Hand dazwischen gehen oder die Tiere auseinander reißen, lieber die kleinen Ablenken oder z.B. leicht nassspritzen, mit einem Stück Pappe oder ähnlichem zwischen gehen - Bei einer kleineren Gruppe oder einem Paar kann man diese auch in eine Transportbox packen oder in einen sehr kleinen Käfig, durch die Enge sollen die Tiere davon abgehalten werden aufeinander los zu gehen bzw. ein Revierverhalten zu entwickeln.
Dies sollte nur für eine kurze Zeit geschehen, auf Dauer sollten die Tiere natürlich in ein artgerechtes Zuhause ziehen. - Zusätzlich kann man auch die Käfige oder den Badesand wechseln, damit die Tiere sich an die anderen Gerüche gewöhnen bzw. annehmen können.
Auch das einreiben des zugesetzten Tieres mit dem benutzten Streu soll helfen den Geruch zu übertragen. - Eine zusätzliche Möglichkeit wäre auch, ein für alle neues Zuhause zu schaffen bzw. das alte von allen Gerüchen so gut wie möglich zu befreien, damit die Besitzansprüche gemindert werden.
Erst bei ernsthaften Beißereien, sollte man dazwischen gehen und es nach einiger Zeit nochmals versuchen, aber niemals sollten die Tiere komplett entwöhnt wieder zu gesetzt werden.
Unsere Erfahrungen
Degus
Zwerghamster

Zwerghamster-Vergesellschaftung ist äußerst schwierig und würde ich niemandem Raten, der sich nicht wirklich jahrelang mit Hamster beschäftig hat. Die beiden auf dem Foto haben wir schon als Paar übernommen. Sie haben recht lange friedlich zusammen gelebt (da kein Nachwuchs kam bestand auch keine Gefahr für eine Dauerschwangerschaft), trotzdem haben wir uns dann entschieden die beiden zu trennen, als die Kleine Dame zu launisch wurde.
Ansonsten haben wir nur Erfahrung mit Geschwistern gemacht, aber auch hier wurde es irgendwann zu laut, da die Kleinen sich angezickt haben (sie sind aber niemals aggressiv auf den anderen los), fanden wir es für nötig sie zu trennen. Hierbei war es ganz egal ob Bruder/Schwester oder Mutter/Tochter. Gestritten wurde ab irgendeinem Zeitpunkt immer, trotz Verwandtschaft.
Rennmäuse

Unsere ersten zwei Rennmäuse haben wir aus dem Tierheim, wo sie getrennt lebten. Da Mäuse generell in Gruppen gehalten werden sollen, stand nun eine Vergesellschaftung an, was bei älteren Tieren schwierig werden kann.
Die zwei Männchen wurden in einer etwas größeren Transportbox vom Tierheim nach Hause gebracht. Bei Streitigkeiten haben wir die Box leicht schräg gehalten/geschüttelt, so das die beiden sich leicht erschreckten und von einander abliesen.
Wir haben zum Beobachten und besseren eingreifen die beiden noch einige Tage in einem kleineren Käfig gehalten. In diesem konnten sie ein bisschen umher hoppeln, aber hatten kein Haus um sich richtig zu verstecken, sondern nur eine kleine Holzbrücke. Bei Streitereien wurde der Käfig weiterhin schräg gehalten, man sollte die Kleinen etwas ablenken aber nicht mit der bloßen Hand reingreifen (Verletzungsgefahr!).
Die Kleinen haben sich sehr schnell aneinander gewöhnt und sich anstatt zu streiten aneinander gekuschelt.
Nach ungefähr 3-4 Tagen wurden sie dann in ihr neues Gehege gesetzt. Wichtig ist hier bei immer, dass keiner zuerst drin ist, sondern beide zusammen die neue Gegend erkunden.
Die beiden Leben weiterhin friedlich zusammen.








