Unsere Nager

» Rund um Nager » Vergesellschaftung

Vergesellschaftung von Nagern

Degu Vergesellschaftung

Nager sind zwar meistens sehr soziale Tiere und wollen niemals allein sein, aber trotzdem verteidigen sie sehr stark ihr Revier gegenüber Eindringlingen.
In einer Gruppe gibt es meist eine feste Rangordnung und neue Gruppenmitglieder müssen sich erst behaupten / ihren Platz suchen.

Für eine Vergesellschaftung braucht man viel Zeit, Geduld und einen neutralen Platz / Käfig.
Bedenken sie auch immer, dass eine bestehende Gruppe wieder zerfallen kann, wenn sich die Lebensbedingungen ändern, zum Beispiel die Gruppe umzieht oder ein neues Tier integriert wird.

Vornweg noch zwei Bemerkungen:
  1. zwei Tiere müssen sich nicht immer verstehen, so wie man sich auch nicht mit allen Menschen verstseht
  2. eine Vergesellschaftung ist erst beendet, wenn das neue Tier im Revier des alten akzeptiert wird und eine klare Rangordnung besteht

Es gibt einige Regeln die beachtet werden sollten:
  • immer auf neutralem Boden vergesellschaften !
  • Eigenheiten der Tierart beachten (gleich-/mischgeschlechtliche Gruppen, Paarhaltung, Einzelhaltung)
  • Hamster sind in der Regel Einzelgänger
  • meist müssen gleichviel oder mehr Weibchen als Männchen in der Gruppe sein, oft auch nur ein Männchen mit mehreren Weibchen
  • oft sind Gruppen von 3 Tieren nicht geeignet, da es bei Tieren zu Grüppchenbildung kommen kann und hier dann einer unterdrückt wird bzw. allein ist (ab 5 Tiere scheint es dann öfters wieder zugehen)
  • eine rein männliche Gruppe kann bei vielen Arten zu Problemen führen
  • meist ist es einfacher Jungtiere (vor der geschlechtsreife) in eine Gruppe zu integrieren, da ein Schutzinstinkt bei den adulten Tieren hervorgerufen wird (Kindchenschema) und diese noch keinen eigenen Geruch haben
  • bei gemischten Gruppen sollte man daran denken, dass es schnell zu Nachwuchs und somit Platzproblemen kommen kann (in Gefangenschaft bekommen die Tiere das ganze Jahr über Nachwuchs)
  • Kaninchen sollen vorher keinen Kontakt haben, am besten in verschiedenen Räumen leben

Wenn man sich also gut informiert und sich im Klaren ist, dass es nicht immer klappen muss zwei Tiere zusammen zuhalten, kann man mit der Vergesellschaftung anfangen (Ausweichkäfige sollten bereit stehen!).

Vergesellschaftung:
  1. abgesichterte neutrale Umgebung schaffen
  2. Handschuh zum Zwischengehen vorbereiten, oder anderes um ggf einzugreifen, wenn es zu einer Beißerei kommt
  3. beide Tiere gleichzeitig reinsetzen
  4. jetzt heißt es beobachten und abwarten, auch wenn es sehr brutal ausschaut, nur im äußersten Notfall eingreifen (wenn die Tiere sich wirklich nur verbeißen und Aggressionen zeigen, anstatt Neugier und Rangkämpfen) 
  5. die Tiere sollten einige Stunden oder Tage in der Umgebung bleiben und dann ggf ins gereinigte alte Revier eines der Tiere oder in einen für beide neuen Käfig gebracht werden
  6. hier sollte man diese auch noch einige Tage beobachten, ob es nochmals zu Streitereien kommt

Die Vergesellschaftung sollte nur bei ernsthaften Beißereien unterbrochen werden, ansonsten kann es sein dass man die Vergesellschaftung behindert und die Tiere sich niemals zusammenfinden, da die Rangordnung nicht geklärt werden kann. Auch sollten die Tiere nicht übernacht wieder getrennt werden.
Wenn es beim ersten Versuch nicht klappt, sollte man einige Wochen warten, bis zum nächsten Versuch.

Nach der Vergesellschaftung prüfen sie unbedingt, ob wirklich keinerlei Verletzungen vorliegen. (unser Kaninchen hat z.B. einen Riss in Hornhaut gehabt, weil es die Krallen des anderen abbekommen hatte)

Unsere Erfahrungen


Degus

Degu Vergesellschaftung

Wir haben zwei alte Degumännchen (kastriert) aus dem Tierheim geholt und diese mit jungen Weibchen vergesellschaftet. Beide Paare lebten erst getrennt in Gitterkäfigen nebeneinander, was unsere Opas wieder zu neuem Leben erweckte, gleichzeitig haben wir einen großen Kafig gebaut damit mehr Platz da ist und alle vier ein neues Revier betrehten. Die Vergesellschaftung an sich haben wir im Bad durchgeführt.
Die Vergesellschaftung hatte Anfangs geklappt, aber Monate später wurde eine der Damen immer aufmüpfiger und aggressiver gegenüber den anderen und somit hatten wir sie wieder getrennt.




Zwerghamster

dsungare Vergesellschaftung

Zwerghamster-Vergesellschaftung ist äußerst schwierig und würde ich niemandem Raten, der sich nicht wirklich jahrelang mit Hamster beschäftigt hat. Die beiden auf dem Foto haben wir schon als Paar übernommen. Sie haben recht lange friedlich zusammen gelebt (da kein Nachwuchs kam bestand auch keine Gefahr für eine Dauerschwangerschaft), trotzdem haben wir uns dann entschieden die beiden zu trennen, als die Kleine Dame zu launisch wurde.

Ansonsten haben wir nur Erfahrung mit Geschwistern gemacht, aber auch hier wurde es irgendwann zu laut, da die Kleinen sich angezickt haben (sie sind aber niemals aggressiv auf den anderen los), fanden wir es für nötig sie zu trennen. Hierbei war es ganz egal ob Bruder/Schwester oder Mutter/Tochter. Gestritten wurde ab irgendeinem Zeitpunkt immer, trotz Verwandtschaft.



Rennmäuse

Rennmaus Vergesellschaftung

Unsere ersten zwei Rennmäuse haben wir aus dem Tierheim, wo sie getrennt lebten. Da Mäuse generell in Gruppen gehalten werden sollen, stand nun eine Vergesellschaftung an, was bei älteren Tieren schwierig werden kann.
Die zwei Männchen wurden in einer etwas größeren Transportbox vom Tierheim nach Hause gebracht. Bei Streitigkeiten haben wir die Box leicht schräg gehalten/geschüttelt, so das die beiden sich leicht erschreckten und von einander abließen. (Auf Rat der Betreuerin im Tierheim)
Wir haben zum Beobachten und besseren eingreifen die beiden noch einige Tage in einem kleineren Käfig gehalten. In diesem konnten sie ein bisschen umher hoppeln, aber hatten kein Haus um sich richtig zu verstecken (nie Verstecke mit nur einem Ein-/Ausgang anbieten), sondern nur eine kleine Holzbrücke. Bei Streitereien wurde der Käfig weiterhin schräg gehalten, man sollte die Kleinen etwas ablenken, aber nicht mit der bloßen Hand eingreifen (Verletzungsgefahr!).
Die Kleinen haben sich sehr schnell aneinander gewöhnt und sich anstatt zu streiten aneinander gekuschelt.
Nach ungefähr 3-4 Tagen wurden sie dann in ihr neues Gehege gesetzt. Wichtig ist hier bei immer, dass keiner zuerst drin ist, sondern beide zusammen die neue Gegend erkunden.
Die beiden Leben weiterhin friedlich zusammen.

Im Laufe der Zeit haben wir sehr viele Vergesellschaftungen bei Rennmäusen vorgenommen. Und am besten hat es immer bei unseren Weibchen geklappt, wobei wir in letzter Zeit feststellen mussten, dass unsere schwarzen Mädels doch recht aggressiv auch zu Jungtieren sind.
Unsere größere Männergruppe (5 Geschwister) hatte sich recht plötzlich so gestritten, dass zwei Tiere eingeschläfert werden mussten, weil die Verletzungen zu schlimm waren. Wobei hier die Frage offen bleibt ob die Gruppe zu groß war, der Käfig zu groß war oder einfach eins der Tiere krankheitsbedingt aggressiv wurde.



Kaninchen

Unsere beiden Zwergkaninchen kommen von einer Auffangstation und lebten da getrennt, mussten also vergesellschaftet werden. Wobei wir 6 Wochen warten mussten, da wir das Männchen erstmal kastriert haben lassen.
Bei Kaninchen ist es so, dass sie sich vorher nicht riechen sollen, da dies zu Aggressionen führen kann. Also sollte man diese nicht im selben Raum halten und schon garnicht die Käfige nebeneinander stellen.
Die Vergesellschaftung sollte niemals im Revier des Weibchens stattfinden, da sie ihr Revier aggressiver verteidigt. Am besten natürlich auf neutralem Boden. Wir haben unsere Kaninchen auf den Balkon gesperrt (bei kälteren Temperaturen, sollten nur Kaninchen draußen leben die es schon gewohnt sind). Zwei Käfigunterschalen mit Stroh und zwei Häuser dienten als warmer Schlafplatz, zudem hatten wir auch ein große Futterstelle und zwei Wassernäpfe, damit sie sich nicht streiten mussten.
Bei Kaninchen kann man verschiedene Sachen beobachten:

  • einige Männchen unterwerfen sich erstmal
  • das dominante Tier reitet auf dem unterlegenen auf (geschlechtsunabhängig)
  • die Tiere jagen sich im Kreis
  • das unterlegene Tier schiebt sich unter das andere und lässt sich putzen
  • es kann vorerst zu Drohgebärden kommen (brummen, klopfen mit Hinterpfoten)
  • auch leichte Kämpfe sind möglich
  • Fellbüschel fliegen
Bei unseren hatte sich das Männchen auch vorerst unterworfen und das Weibchen ist aufgeritten. Aber später hat er sie dann im Kreis gejagd. Nach 2 Tagen hat sie sich dann unter ihn geschoben und putzen lassen.
Als der erste Schritt auf neutralem Boden getan war, wurden sie dann in sein gereinigtes Gehege gebracht. Dort hatte er sich dann kurzeitig wieder etwas aufmüpfiger verhalten, aber das legte sich schnell und die beiden schliefen sogar in einem Haus.
Erst jetzt ist die Vergesellschaftung geglück/beendet.

Unser Männchen hatte noch eine Augenverletzung davon getragen, aber ansonsten gab es keinerlei Verletzungen.

Goldstachelmäuse

Hier hatten wir bis jetzt nur einen Versuch unternommen, da es wohl auch so schon schwierig sein soll, mehr als 2 Tiere zusammen zu halten.
Wir haben versucht zwei Männchen mit ihrem Bruder aus einem späteren Wurf zu vergesellschaften, aber der Jüngere Bruder hat die beiden älteren sofort angegriffen und geziehlt in die Halsgegend gebissen. Somit haben wir die Gesellschaftung abgebrochen.

Generell ist uns bei den Goldstachelmäusen aufgefallen, dass es sehr ruhige und eher aggressive Typen gibt. Die ruhigen kann man super zusammen halten, haben sowohl zwei Männchen als auch vier Weibchen momentan in je einer Gruppe. Wobei es bei uns immer Geschwister bzw Vater/Mutter mit Kindern.




Script Copyright by ilch.de - Design Copyright by unsere-nager.de | Impressum & Haftungsausschluss | Kontakt | Letzte Änderungen
Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits