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Mongolische Rennmaus (Meriones unguiculatus)

mongolische rennmäuse

Es gibt verschiedene Rennmausarten, allerdings werden wir hier auf die mongolische Rennmaus eingehen.
Die Steppen- und Halbwüstenbewohner sind sehr beliebte Haustiere und kamen als Labortiere über die USA nach Europa.

Systematik

    Überordnung: Euarchontoglires
    Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
    Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
    Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
    Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
    Unterfamilie: Rennmäuse (Gerbillinae)
    Gattung: Sandmäuse (Meriones)

einige Arten:
  • Mongolische Rennmaus (Meriones unguiculatus) (ist hier als Heimtier weit verbreitet)
  • Mittagsmaus (Meriones meridianus)
  • kein Trivialname (Meriones crassus)
    • Pakistanische Rennmaus (Meriones crassus crassus)
    • Ägyptische Sundevall-Rennmaus (Meriones crassus perpallidus)

Rennmäuse gehören zu den (langschwanz) Mäusen (Muridea):
    Früher wurden die Rennmäuse zu der Familie der Wühler (Cricetidae) gezählt, wozu auch die Hamster gehören. Aber mittlerweile werden sie gleichberechtigt mit den Echten Mäusen zu der Familie der langschwanz Mäusen (Muridea) gezählt.

Mongolische Renner sind weder Gerbils noch Wüstenrennmäuse:
    Einige glauben, dass Gerbils vom Unterfamiliennamen Gerbillinae abgeleitet wird, dies ist allerdings falsch. Nur Tiere die zu der Gattung Gerbillus gehören werden als Gerbils bezeichnet. Der Fehler kommt von einer falschen Übersetzung des Englischen, zoologisch richtig wäre die Merionesarten als Jird und die Gerbillusarten als Gerbil zubezeichnen.
    Auch ist es falsch die Mongolische Rennmaus als Wüstenrennmaus zu bezeichnen, diese Bezeichnung kann eher für die Gerbillusarten verwendet werden, diese leben im Gegensatz zu den Mongolischen Rennmäusen in Wüstengebieten. Die Mongolen leben dagegen in Trockensteppen.

    in den meisten Zoogeschäften handelt es sich um Mongolische Rennmäuse


Rennmäuse leben in großen Gruppen, die meist aus den Eltern und zwei weiteren Generationen bestehen und somit 15-20 Tiere enthalten können. Die Gruppe lebt unterirdisch in einem Tunnelsystem, in dem es einen Schlafplatz und eine Vorratskammer gibt (da der Hamster ebenalls so lebt, wurde die Rennmaus früher zu den Wühlern gezählt).
Sie werden 2-5 Jahre alt und werden 9-14 (Rumpf) + 9-12 cm (Schwanz) lang, die Männchen sind meist kräftiger. Das Gewicht liegt bei Weibchen 70-80g (vor dem ersten Wurf) und 86-96g (nach dem ersten Wurf), bei Männchen 76-82g, sehr kräftige Tiere 86-92g. Ab 100g ist das Tier übergewichtig und sollte mehr Bewegung/Auslauf bekommen.

Seit 1970 werden sie im Zoofachhandel angeboten und sind mittlerweile sehr populär. Die Mongolische Rennmaus wird in vielen verschiedenen Farben gezüchet, einfarbig oder gescheckt, mit schwarzen oder mit roten Augen.

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Äußere Merkmale:


Die Rennmaus hat einen behaarten Schwanz, den sie bei Gefahr "abwerfen" kann. Allerdings wächst der Schwanz nicht nach. Somit dürfen sie NIEMALS die Maus AM SCHWANZ HOCHHEBEN, dabei könnte die Haut reißen und ein blutiger Stummel zurück bleiben, der dann abstirbt, oder aber auch der Schwanz abbrechen. Beides ist sehr gefährlich und schmerzhaft für die Maus.

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Zähne & Krallen


Wie alle Nager besitzen sie 4 Schneidezähne (Nagezähne), die ständig nachwachsen, keine Eckzähne, keine Vorderenbackenzähne, wodurch eine Lücke entsteht und 12 Backenzähne.

hinteren Krallen
An den Vorder- und Hinterpfoten befinden sich jeweils 5 zehen mit Krallen. Vor allem die Vorderpfoten dienen wie kleine Schaufeln zum buddeln, aber auch um die Nahrung zu halten.

Sinnesorgane


Die Augen stehen leicht hervor und sind meist von einem helleren Kreis umgeben. Bei der Rennmaus gibt es nicht nur schwarz als Augenfarbe sondern auch rot, was aber nichts mit den roten Albinoaugen zu tun hat.
Durch die großen Augen kann die Rennmaus zwar auch im Dunkeln sehen, allerdings ist sie relativ kurzsichtig und reagiert vor allem auf Bewegungen bzw. Licht-Schatten-Kontraste. Deshalb empfinden sie jede schnelle Bewegung als Gefahr und reagieren sehr schreckhaft.

Das Gehör ist ist gut und sehr empfindlich gegenüber Lärm.

Der Geruchssinn ist stark ausgeprägt, da die Renner Wurzeln und Knollen unter der Erde aufspühren müssen. Zudem erkennen sie am Geruch individuell eine andere Maus und können bestimmen, ob diese zur Familie gehört oder nicht.

Zum Tasten haben die Renner Tasthaare (Vibrissen) an der Schnauze, diese werden vor allem für die Orientierung in dem Tunnelsystem gebraucht. Aber auch um zu schaun, ob sie durch eine Öffnung durch passt, benötigt sie die Tasthaare.
Zusätzlich besitzen die Renner auch Vibrissen am Körper, diese sind etwas länger als das normale Fell.

Geschlechtsmerkmale

Geschlecht weibchen Rennmausbaby (Weibchenbaby) Geschlecht männchen rennmausbaby (Männchenbaby)
Weibchen haben einen kleineren Abstand zwischen Genital- und Analöffnung und besitzen 8 Zitzen.
Bei den Männchen sind die (dunklen) Hoden meist gut zu erkennen.

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Verhalten & Charakterzüge


Sozialverhalten

Die Rennmäuse sind sehr gesellige Tiere und wollen niemals allein leben, sie bauen gemeinsame Nester und kuscheln sich beim Schlafen dicht zusammen. Falls eine Maus mal abseits schläft kann es ein Vorzeichen auf Streitigkeiten sein.
Allerdings sind sie auch sehr Revierfixiert und werden jeden Eindringling vertreiben bzw töten, also Vorsicht! Wenn ein neues Tier in die Gruppe soll, muss also erstmal eine Vergesellschaftung auf neutralen Boden vorgenommen werden.
Sehr wichtig ist auch die gegenseitige Fellpflege, oft legt sich die geputzte Maus auf den Rücken und schiebt sich unter die andere.

Nachwuchsaufzucht:
    Hier kann man schön beobachten, dass alle Mäuse der Gruppe sich um die Kleinen kümmern. Das Männchen kümmert sich ebenfalls um die Kleinen, schläft dann aber in einem eigenen Nest getrennt von dem Nachwuchs. Wenn mehrere Weibchen gleichtzeitig oder kurz nacheinander Nachwuchs bekommen, werden die Nester zusammengelegt und alle Babys abwechselnd gesäugt.
    Schön ist auch zu sehen wie bei den Kleinen anfangs noch von den Müttern die Verdauung angeregt wird, indem diese über den Bauch der Kleinen Lecken.


Friedensstifterin:
    Bei ranghohen Rennmäusen kann es dazu kommen, dass sie sich als Friedensstifterin in Streitereien einmischen und entweder den Angreifer beruhigen wollen, indem sie die Vorderpfoten gegen diesen drückt, oder sich zwischen die Streitenden wirft.

Aktivitäten

Die Rennmaus ist weder nacht- noch tagaktiv sonder wechselt im bestimmten Zeitrhythmus immer mal wieder zwischen Aktivtätsphase und Schlafphase ab, egal ob Sommer oder Winter.
Den größten Teil der Aktivitätsphase nimmt die Futtersuche ein, da die Mongolische Rennmaus in eher kargen Gegenden zu Hause ist.

Wühlen / Buddeln:
    Überlebenswichtig ist vor allem das Buddeln, um an Wurzeln, Samen etc zu kommen. Hierdrin sind sie richtige Weltmeister (weshalb man sie nicht im Gitterkäfig halten sollte), schnell graben sich die Vorderpfoten in die Erde und schieben diese untem Bauch vorbei um sie mit den Hinetrpfoten weg zu schieben. Zwischendurch stellen sie sich immer mal wieder auf die Hinterbeine um nach Feinden ausschau zu halten. Im Käfig ist dann oft ein Streuhaufen in einer Ecke und eine Streuarmut in der anderen.
    Interessant ist auch, dass die Renner beim Buddeln die Augen schließen, auch wenn sie nur an der Scheibe kratzen (wahrscheinlich ist das ein Reflex).

Rennen / Hoppeln:
    Wie man aus dem Namen schließen kann, sind diese Mäuse besonders schnelle. Beim Rennen dient der Schwanz zur Gleichgewichtshaltung beim Richtungswechsel. Normalerweise hoppeln die Kleinen entspannt durch die Gegend, auch wenn sie theoretisch laufen könnten wie z.B. Farbmäuse.
    Sehr junge Renner springen auch regelrecht durch die Gegend.

Klettern:
    Man mag es kaum glauben, aber junge Rennmäuse sind gute Kletterer, unsere sind gern auf den Asten rumgeturnt. Meist dürfte sich das im Alter legen, da sie dann etwas plumper werden.

Reiben des Bauches an Gegenständen/Boden:
    Da die Tiere ihre Duftdrüsen am Bauch haben, reiben sie diesen am Boden oder Gegenständen um Duftmakierungen zu setzen. Dies dient zur Reviermakierung und zur Wiedererkennung schnuppern die Tiere auch an den Duftdrüsen (am Bauch) der anderen Tiere.

starkes Nagen an den gitterstäben:
  • zu wenig Auslauf
  • Futter oder Wasser fehlt
  • zu wenig Artgenossen, manchmal müssen es mehr als zwei sein
  • zu wenig Beschäftigung/Nagematerial

Geräusche

Die einzigen Geräusche, die man am meisten hört, sind Scharr- und Nagegeräusche, weshalb es nicht ratsam ist die Tiere ins Schlaf- oder Kinerzimmer zu stellen.

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Haltung


Bei der Haltung ist wichtig, dass die Tiere in Gruppen gehalten werden, die nicht zu groß sein sollten. Die Käfiggröße sollte unserer Meinung nach nicht kleiner als 100cm Länge x 40cm Breite x 40cm Höhe. Das Einstreu sollte mindestens 10 cm hoch sein und so dem Buddel-/Wühltrieb einigermaßen gerecht werden. Wichtig ist auch dem Tier mehrere Räume zu schaffen, da sie in der Natur auch eine Unterteilung ihres Baus haben, man kann sehr schön beobachten, dass die Renner einen Platz zum schlafen und einen zum fressen haben. Sie nehmen sich ihr Futter und gehen dann zum fressen zu einem anderen Platz.
Es reicht meist aus das Gehege alle 2-3 Wochen zu reinigen (hängt natürlich stark mit der Anzahl der Mäuse zusammen), frisch Futter natürlich jeden Tag entfernen und auch die Sandschale sollte öffters mal durchgesiebt werden und dann spätestens mit Käfigreinigung ganz ausgewechselt werden.

Art der Unterbringung:


(+ Vorteil, ~ neutral, - Nachteil)

Gitterkäfig:
    + Trinkflasche ist von Außen anbringbar

    - wühln sehr stark -> Streu fliegt raus
    - manche Tiere nagen sehr viel an den Gittern
    - Scharrgeräusche sind lauter zu hören
    - Gitter behindern die Sicht
Aquarium:
    + geringe Ausscheidungen -> keine Gefahr für schlechte Belüftung
    + starkes Wühlen -> Einstreu kann nicht rausfliegen

    ~ freie Sicht

    - Greifen von oben löst Fluchtreflex aus
    - Anbringen von Sachen ist schwieriger
    - es muss eine extra Abdeckung angebracht werden
Terrarium:
ein spezielles Nager Terrarium nennt man Cricetinarium.
    + starkes Wühlen -> Einstreu fliegt nicht raus
    + man kann sie von vorn greifen

    ~ gute Belüftung, keine Gerüche

    - Anbringen von Sachen ist schwieriger

Standort

Das Rennerheims sollte etwas höher stehen, da beim Vorbeilaufen sonst ein Fluchtreflex ausgelöst wird. Die Feinde der Tiere sind vor alle Raubvögel, die ebenfalls von oben kommen. Der Standort sollte ruhig und frei von Zigarettenrauch, intensiven Gerüchen (keine Küchen), Zugluft, direkter Sonneneinstrahlung und starken Temperaturschwankungen sein.
Da die Renner auch nachts laut sein können, sollten sie nicht im Schlafzimmer stehen.

ideale Luftfeuchtigkeit: 50-60%
ideale Raumtemperatur: 18-22°C

Zubehör

  • Trinknapf/-flasche
  • Fressnapf, sollte zumindest für Frischfutter da sein, das Trockenfutter kann auch ins Streu gemischt werden
  • Badeschale/Klosschale: Renner benutzen gern eine Sandschale, wobei am Anfang diese zum Baden und später auch als Klo benutzt wird (unsere Weibchen bauen auch gern ihr Nest darin)
  • Laufräder sind nicht unbedingt nötig, da die meisten Renner, damit nichts anfangen können
  • mind. zwei Versteckmöglichkeiten in Häuserart, zusätzlich kann man Tonblumentöpfe, Brücken etc als Verstecke nehmen
  • Tunnel/Röhren, sollten aus Holz oder Pappe sein
  • Transportbox, für Tierarztbesuche
  • Einstreu, Heu und Papiertücher und Pappe zum Nestbau
  • Klettermöglichkeiten
  • Eierkartons, leere Küchenpapier- und Klorollen sind super Spielsachen für die Renner, unsere brauchen max. 5 min um alles zu zerlegen^^ es macht ihnen einen riesen Spaß, die Pappe zu zerreisen.


  • Hier gibts noch ein paar Links auf andere Seiten von uns:

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    Nachwuchs


    Paarung

    In freier Wildbahn wird die Geburtenrate vom Platzangebot bestimmt, aber dies gilt in Gefangenschaft nicht mehr unbedingt, daher sollten Männchen und Weibchen getrennt gehalten werden.

    Schwangerschaft & Geburt

  • Tragzeit: 23-26 Tage
  • Durchschnittliche Wurfgröße: 4-8 Jungtiere (1-11 möglich)
  • werden blind, nackt und taub geboren
  • Entwicklung der Jungen

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    2 Tag alt 4 Tage alt 8 Tage alt 13 Tage alt 15 Tage alt 18 Tage alt

  • ab 4. Tag bildet sich das Fell
  • nach 5 Tagen öffnen sich die Ohren
  • nach 2-3 Wochen öffnen sich die Augen
  • Durchschnittliche Säugezeit: 4 Wochen (wobei einige schon vorher anfangen zufressen, eine ganze Zeit werde sie auch neben dem Fressen noch zusätzlich gesäugt)
  • Geschlechtsreife: Weibchen: 6-9 Wochen (in Ausnahmefällen auch früher möglich), Männchen: 10 Wochen
  • nach 8 monaten ausgewachsen

  • Die Jungen sollten so spät we möglich von den Eltern getrennt werden, da diese noch erzogen werden müssen. Man kann die Kleinen auch mit anderen älteren Rennmäusen vergesellschaften, damit sie von diesen lernen können.
    Solange die Jungen noch nicht geschlechtsreif sind, ist eine Vergesellschaftung leichter, da diese noch keinen (starken) Eigengeruch haben.

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