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Ratten (Rattus)

Die Hauptinfos und Bilder wurden uns von Jane & Patrick zur Verfügung gestellt.

Systematik

Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Familie: Altweltmäuse (Murinae)
Gattung: Ratten

Lebenserwartungen 2- 3 1/2 Jahre
Körperbau Männchen 20-30 cm
Weibchen ca. 25 cm
Atemfrequenz ca. 70- 120 Respirationen/ min
Herzfrequenz ca. 450- 500 Schläge/ min
Körpertemperatur ca. 36,5- 37,9 °C

Innenleben

Die "Innereien" einer Ratte sind denen des Menschen sehr ähnlich. Sie verfügen z.B. ebenso über Nieren, Leber und sogar über einen Blinddarm. Der Magen der Ratte ist ziemlich stabil und verträgt die unterschiedlichsten Nahrungsbestandteile der Natur meist unbeschadet. Bei den als Haustier gehaltenen Farbratten gibt es dennoch Fälle von Durchfall und Verstopfung bei falscher Ernährung.
Eine weitere Besonderheit gibt es im Magen. Durch eine Falte zwischen Speiseröhre und Magen ist es Ratten nicht möglich sich zu übergeben, sie können auch nicht rülpsen und kennen auch kein Sodbrennen. Im schlimmsten Fall können sie höchstens etwas aus der Speiseröhre hochwürgen, oder - was deutlich schlimmer ist - Schleim aus der Lunge hervorwürgen.
Die Lunge der Farbratte gehört zu den empfindlichsten inneren Organen. Atemwegsinfekte, die nicht rechtzeitig behandelt wurden schlagen oft auf die Lunge. Lungenentzündungen können bei Ratten tödlich ausgehen.



Äußere Merkmale:

Schwanz
Schwanzlänge: 17 - 23 cm.
Der Schwanz ist mit ca. 160 bis 205 Schuppenringen versehen und leicht behaart, er ist sehr wichtig um das Gleichgewicht beim Klettern halten zu können.
Der Schwanz ist sehr empfindlich. Niemals sollte man die Ratte dort festhalten oder gar hochheben. Die Haut des Schwanzes kann reißen oder es kann zu einem Bruch kommen, was beides äußerst schmerzhaft und gefährlich für das Tier ist.
Er ist außerdem wichtig für den Temperaturausgleich der Ratte. Der Schwanz ist dazu sehr gut geeignet, da er keinen Pelz und eine große Oberfläche hat. Der Rattenschwanz umfasst nur 5% der Körperoberfläche, kann aber 17 % der Köperwärme ableiten. Wenn die Körpertemperatur der Ratte steigt, schwillt der Schwanz an (vor allem die Venen). Je wärmer die Ratte, desto mehr Blut fließt durch den Schwanz und desto mehr Wärme wird so abgeleitet.

Zähne & Krallen

Gebiss
Ratten besitzen im Ober- und Unterkiefer je zwei Schneidezähne (Incisivi), die ständig nachwachsen (pro Monat ca. 1cm), danach folgen eine große Zahnlücke (Diastema) und anschließend drei Backenzähne (Molaren). Die Ratten machen keinen Zahnwechsel durch und haben dementsprechend keine Milchzähne. Der Unterkiefer ist nicht zusammen gewachsen. An der Stelle wo die beiden Unterkieferhälften zusammen treffen, befindet sich ein Gelenk. Die beiden Hälften werden durch Bindegewebe zusammen gehalten. Daher sind die unteren Schneidezähne gegeneinander beweglich, die Ratte steuert dies über einen Teil der Kiefermuskulatur. Die unteren Schneidezähne sind die eigentlichen Nagewerkzeuge, da sie spitzer sind als die oberen. Will eine Ratte eine Nuss öffnen, hält sie sie mit ihren Pfoten fest und drückt sie gegen die oberen Schneidezähne um sie dann mit den unteren aufzuhebeln.

Pfoten
Ratten haben an den Füssen fünf Zehen mit Krallen, an den Händen lediglich vier Finger. Der Daumen ist zurückgebildet, ein abgeflachter Daumennagel ist jedoch meist vorhanden. An der Unterseite der Pfoten befinden sich empfindliche Sensoren und eine rutschfeste Hautstruktur, die es den Ratten ermöglicht an den unmöglichsten Oberflächen Halt zu finden. Eine gesunde Ratte hat keine Probleme ein glattes Stuhlbein hinauf zu klettern.
Auch die Sprunggelenke sind beachtenswert. Eine Ratte kann durchaus eine größere Strecke mit einem einzigen Satz überwinden. Die Gelenke federn Sprünge und kleinere Stürze gut ab, jedoch nicht so gut wie z.B. bei einer Katze, die auch Abstürze aus größeren Höhen meist unbeschadet überlebt.

Sinnesorgane

Augen
Ratten sehen nicht besonders gut. Ratten haben dunkelbraune, rote oder dunkelrote Augen. Das Dämmerungssehen ist bei Ratten eher gut entwickelt. Tiere mit dunkelroten oder roten Augen sind vermehrt lichtempfindlich. Die Augen liegen weit seitlich am Kopf und stehen leicht aus dem Kopf heraus. Durch ihre Position ermöglichen sie eine sehr gute Rundumsicht. Das räumliche Sehen wird dadurch jedoch erschwert.
Ratten sind farbenblind und sehen ihre Umgebung daher nur in Grautönen und zudem unscharf. Bei Albinos und anderen Fellfarben mit roten Augen ist die Sehfähigkeit sogar noch weiter eingeschränkt. Durch ihre anderen Sinnesorgane haben sie jedoch keine Probleme im täglichen Leben.

Gehör
Ratten sind in der Lage, Töne im Ultraschallbereich (über 20 kHz) wahrzunehmen und zu erzeugen.
Für tiefe Töne unter 8 kHz ist die Ratte nicht mehr besonders empfänglich. Wer Ratten hält, sollte auf das gute Gehör seiner Lieblinge etwas Rücksicht nehmen.

Tastsinn
Mit ihren Tasthaaren (Vibrissen), kann sich die Ratte gut orientieren. Die Barthaare der Ratte nennt man Vibrissen.
Schon am Tag der Geburt sind diese einsatzbereit. Sie sind ein wichtiger Bestandteil ihres Orientierungssystems.
Über die Vibrissen können Ratten abschätzen, ob sie z.B. durch einen kleinen Zwischenraum hindurch passen.
Diese Haare spüren auch bereits kleinste Luftzüge.

Geruchssinn Das Riechzentrum im Gehirn (Bulbus olfaktorius) ist bei der Ratte besonders ausgeprägt. Der Geruchssinn der Ratte ist besonders wichtig für das Erkennen von Freund und Feind, und ebenso für das Aufspüren von Nahrung.
Sie ist das leistungsfähigste Sinnesorgan. Ab dem 20. Lebenstag ist die Nase voll einsatzbereit. Übrigens können die Nasenlöcher verschlossen werden, was vor allem in der Wildnis beim Tauchen sehr vorteilhaft ist.

Geschlechtsmerkmale



Verhalten & Charakterzüge

Tagesrhythmus:
Ratten sind dämmerungsaktiv. Tagsüber ruhen oder schlafen sie häufig (ca. 13 Std. am Tag)

Das Faszinierende an Ratten ist unserer Meinung nach ihr interessantes Verhalten. Vieles erinnert an den Menschen und manches ist total anders. Es gibt immer wieder neue Facetten zu entdecken. Wir versuchen an dieser Stelle einige Verhaltensweisen zu erklären. Falls Du aber ein Verhalten bei Deiner Ratte bemerken solltest, das hier nicht aufgeführt ist und nicht weißt, was das bedeutet, kannst Du uns jederzeit kontaktieren.

Meine Ratte quietscht, wenn ich sie anfassen möchte.
Dies könnte ein Zeichen für Rattigkeit sein, sofern es sich um eine Rättin handelt. Geht das Quietschen nicht weg und handelt es sich um einen Bock, kann es durchaus auch ein Zeichen für Schmerzen sein. In diesem Fall ab zum Tierarzt. Ab und an gibt es auch zickige Ratten, die einfach aus Protest schreien, wenn man sie hochnehmen möchte. Um Schmerzen auszuschließen, würden wir sie in einer ruhigen Minute an den Stellen, an denen wir sie angefasst haben, sachte massieren oder streicheln. Schreit sie weiterhin auf, ist ein Gang zum Tierarzt unumgänglich.

Meine Ratte wackelt mit den Ohren.
Wir gehen mal davon aus, dass es sich um eine Rättin handelt. Sie ist sicher rattig.

Meine Ratte knattert (knuspert, klappert) mit den Zähnen.
Das kann zwei Gründe haben, die sich auch noch gegenseitig ausschließen: Wohlbefinden und Schmerzen. Die Anzeichen letzterer haben wir dir hier zusammengestellt. Sie sollten auf jeden Fall ausgeschlossen werden. Streichelst Du aber Deine Ratte, sie weicht nicht aus und genießt es, dann ist es sicher ein Zeichen für Wohlbefinden. Einige meiner Ratten schließen dabei sogar ihre Augen und Tiffy ist dabei sogar mal eingeschlafen :-) In der Regel, wagen wir zu behaupten, ist dieses Geräusch bei einer gesunden Ratte ein Zeichen dafür, dass es ihr gut geht. Wir vergleichen das gerne mit dem Schnurren einer Katze.

Meine Ratte hat gesträubtes Fell.
Ist sie gerade in eine Rangelei verstrickt, ist dies eine Drohgebärde. Die Ratte stellt ihr Fell auf, damit sie größer wirkt und den Gegner beeindruckt. Pustet sie dabei noch dazu heftig Luft aus, versucht sie eine Ratte zu verscheuchen oder ihren Rang kampflos zu bestätigen.
Gesträubtes Fell kann aber auch ein Krankheitszeichen sein.

Meine Ratte wedelt mit dem Schwanz.
Dieses Verhalten habe ich bisher nur sehr selten beobachtet. Es ist ein Zeichen höchster Aufmerksamkeit, Aufregung und Anspannung. Wir haben es einmal kurz bei Laslo gesehen: Da saß eine Fliege auf einer Möhre auf dem Käfigrand. Die Möhre hätte er selbst gerne gehabt, traute sich aber nicht zu springen. Außerdem waren wir neben ihm und er wusste, er würde Ärger bekommen, wenn er auf den Rand hüpfen würde. Als ich ihm die Möhre gegeben hatte, ließ auch das Wedeln nach.

Meine Ratten besteigen sich.
Sind das ein Weibchen und ein Männchen, würden wir behaupten, dass sie sich paaren - sofern das Männchen oben ist.
Sind es zwei Weibchen und das eine ist rattig, ist es ein ganz normales Verhalten zum Stressabbau der hitzigen Rättin.
Ist keine Rättin rattig oder es handelt sich um zwei Böcke, ist es Dominanzverhalten. Das ranghöhere Tier besteigt das rangniedrigere. Ist es anders herum, wird die rangniedrigere Ratte eines auf die Mütze bekommen. Dies ist ein normales Verhalten, um die Rangordnung auszumachen. Junge Ratten besteigen zudem oft im Spiel ihre älteren Artgenossen. Manche dulden es und manche sind genervt und verscheuchen die Kleinen. Je älter sie werden, desto weniger dulden die Alten das Aufreiten.

Meine Ratten machen überall einige Tropfen Urin hin.
Ratten markieren ihre Umgebung mit kleinen Urintröpfchen. Damit stecken sie ihr Revier ab und erriechen, wo sie gelaufen sind. Männchen markieren mehr als Weibchen. Nach einer Kastration verringert sich das bei den Böcken.
Ratten markieren nicht nur ihre Umgebung, sondern sich auch noch gegenseitig. Damit entsteht der typische Rudelgeruch. Oft kann man deshalb bei neu integrierten und sehr jungen Ratten beobachten, dass sie unter den anderen Ratten durchkriechen, damit sie markiert werden. Sie wollen eben zum Rudel gehören. Riecht eine Ratte rudelfremd, wird sie als Eindringling empfunden. Auch bei ganz jungen Ratten. Welpenschutz gibt es bei diesen Nagern nur, wenn sie im Rudel auf die Welt gekommen sind. Deshalb ist eine vorsichtige Integration umso wichtiger.
Im Übrigen gehört ja auch der Mensch zum Rudel und ist in vielen Fällen sogar die Oberratte. Somit wird man selbstverständlich auch mal markiert. So eklig wie der Urintropfen ist, so größer ist das Kompliment, dass man dazugehört.

Meine Ratten riechen dauernd am Hinterteil der anderen
Die Ratten beschnüffeln sich dort gegenseitig und nehmen somit intensiv den Geruch der anderen Ratte wahr. Sie wissen so sofort, wer es ist, gehört sie zum Rudel oder ist sie rattig. Angeblich sollen sie auf diese Weise sogar wahrnehmen, ob die andere Ratte krank ist und wie alt sie ist.

Meine Ratte pieselt und köttelt sofort, wenn sie von Fremden (z.B.) Tierarzt hochgenommen wird.
Ratten machen sich sprichwörtlich aus Angst in die Hose. Das ist ganz normal, vor allem beim Tierarzt. Ist Deine Ratte zu sehr gestresst, wenn sie von anderen angefasst wird, dann bitte Deine Besucher, dass sie abwarten sollen, bis deine Langschwanzmaus auf sie zukommt.

Meine Ratte verteilt Tritte
Das ist eine Abwehrhaltung der Nager und dient der Rangordnungsfindung. Vor allem bei Böcken in der Pubertät (4-7 Monat) ist das häufiger zu beobachten. Aber auch bei Weibchen, wenn sie ihr Revier verteidigen oder die Rangordnung ausmachen.





Haltung



baustelle


Nachwuchs

Tragzeit
21- 25 Tage

Wurfgröße 1- 20 Jungen (1 & 20 Extremfälle)

Geburt
Dauer etwa 20 min (aber auch bis zu einem Tag)

Entwicklung der Jungen
Am 1. Lebenstag können die Jungen schon riechen.
Bis zum 3. Lebenstag sind die Jungen völlig nackt, am 3. Tag treten erste Haarspitzen aus der Haut hervor und die Fellzeichnung bildet sich.
Ab dem 5. Lebenstag können sie etwas hören, auch wenn die Ohren noch geschlossen sind. Ab dem 8. Tag fangen die Jungen an zu krabbeln, da ist der Absturzschutz wichtig. Jetzt sind bei den Weibchen die Zitzen gut zu sehen. Ab dem 12.Tag öffnen sich die Ohren.
Ab dem 14. Tag sind die Augen auf. Nun machen die Tiere selbstständige Ausflüge in die Umgebung und spielen mit ihren Geschwistern.
Ab dem 22. Tag sind sie völlig selbstständig und fangen nun an etwas feste Nahrung zu sich zu nehmen, werden aber von der Mutter bis zum 30. Tag noch gesäugt. Das Fellkleid ist voll ausgebildet.
Ab dem 32.Tag können die Männchen geschlechtsreif werden und müssen bis spätestens zum 35. Tag von der Mutter getrennt werden. Die Weibchen sollten mindestens 6 Wochen bei der Mutter bleiben. Gerade die 4.Woche ist prägend für das Sozialverhalten, das der Nachwuchs dann von der Mutter lernt. Deshalb nicht unnötig früh trennen und danach wäre es gut wenn der männliche Nachwuchs nur durch ein Maschengitter von der Mutter getrennt ist und Sicht und Schnupperkontakt erhalten bleiben.



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