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Mittelhamster (Mesocricetus)

Mittelhamster

Hier geht es um die Mittelhamster, die zwischen den Großhamstern und Zwerghamster liegen.
Am bekanntesten ist hier der Goldhamster bzw. Teddyhamster, weshalb sich die Texte auch mehr auf diese beziehen werden.

Systematik

Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: NageTiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Hamster (Cricetinae)
Gattung: Mittelhamster (Mesocricetus)

Es gibt vier Arten:
  • 1. Türkischer Hamster (Mesocricetus brandti)
  • 2. Goldhamster (Mesocricetus auratus) - wird hier als Haustier gehalten
  • 3. Schwarzbrusthamster (Mesocricetus raddei)
  • 4: Rumänischer Hamster (Mesocricetus newtoni)

Die erste Beschreibung eines Goldhamsters gab es 1839 von dem britischen Zoologen George R. Waterhouse. 1930 wurde dann die erste freilebende Hamsterfamilie beobachtet und in ein Forschungslabor gebracht. Da sie pflegeleicht und leicht zu züchten waren wurden sie weiter als Versuchstiere verbreitet. 1984 wurden dann die ersten Tiere aus Amerika importiert und hier angefangen zu züchten. Alle Labor- und Heimtiere die heute gezüchtet werden, sollen von dem 1930 gefangenen Paar abstammen.

Die männlichen Hamster werden ca. 15cm groß und 150-170g schwer, wobei die weiblichen ca 18cm groß und 150-180g schwer werden, beide haben einen ca. 1,2cm langen Schwanz. Die normale Körpertemperatur sollte zwischen 36,8 und 38,0°C liegen. Die Lebenserwartung liegt bei diesen Hamstern bei 2,5-4 Jahren.

Der Goldhamster lebt auf einer Hochebene in Aleppo in Nord-Syrien und baut dort große Tunnelsysteme die über ein Meter tief in die Erde reichen.



Äußere Merkmale:


In der Natur hat der Goldhamster einen goldbraunen Rücken und einen weißen Bauch, allerdings gibt es mittlerweile etliche Farbvariante z.B. geschecktes oder einfarbiges Fell.
Er hat eine längliche Körperform und an den Flanken (Bauchseiten) befindet sich jeweils eine Duftdrüse (Flankendrüse).

Zähne & Krallen


Sinnesorgane

Hamster Sinne
Da die Hamster nachtaktiv sind, haben sie recht große Augen, um das wenige Licht gut aufzunehmen. Sie haben ein recht großes Blickfeld, können aber nicht besonders scharf sehen.

Zum Orientieren benutzen sie am meisten ihren Geruchs- und Tastsinn.
Mit Hilfe des Geruchssinns können sie sowohl andere Artgenossen, Feinde und Menschen unterscheiden als auch Art und Qualität der Nahrung bestimmen.

Zur Umgebungsorientierung benutzen die Kleinen ihre Tasthaare (Vibrissen). Dies ermöglicht dem Hamster Hindernisse zu erkennen und zu entscheiden ob Öffnungen groß genug sind (falls der Hamster nicht stark übergewichtig ist).

Besonders gut ist auch der Hörsinn ausgebildet. Hamster können sogar im Ultraschallbereich hören (z.b. Paarung und Aufzucht). Um die Geräusche zu lokalisieren, stellen sich die Hamster meist auf die Hinterbeine und drehen den Oberkörper in alle Richtungen.

Geschlechtsmerkmale

Der Genital-Anal-Abstand ist beim Weibchen kleiner als bei Männchen. Außerdem besitzen die Weibchen Zitzen zum säugen der Jungen. Bei den Männchen sind die Hoden recht gut ausgeprägt.


Verhalten & Charakterzüge


Da unsere einzige persönliche Erfahrung mit Goldhamster auf zwei ausgesetzte JungTiere beruht, lässt sich das schwer verallgemeinern. Da sich diese durch die frühe Trennung von der Mutter und dem hohen Stress, eventuell nicht normal entwickelt haben.

Aktivitäten

Hamster sind meist in der Nacht aktiv und kommen tagsüber nur zum Fressen nach draußen. Man sollte sie niemals aus dem Schlaf reißen, da hierdurch aggressives Verhalten gefördert werden kann und sehr stressig für die Hamster ist.
Hamster sind keine besonders gute Kletterer, sie können allerdings mithilfe von Brücken oder Gegenständen (z.B. Häusern) aber auch auf höhere Ebenen gelangen.

Sozialverhalten

Die Goldhamster sind im allgemeinen Einzelgänger, auch wenn es wohl bei einigen Haltern klappt eine kleine Gruppe zu halten. Aber man muss dabei immer vorsichtig sein, da gerade bei Hamstern schnell die Gruppe zerfallen kann und es dann zu tödlichen Beißereien kommt.
Unsere jungen Hamster haben sich gut verstanden und gerade das kleinere Weibchen hat sich hinter ihrem Bruder versteckt und immer seine Nähe gesucht, was vllt auch daran liegen kann, dass sie zusammen ausgesetzt wurden. Aber mit der Zeit hat er sie dann immer weg gejagt. Wahrscheinlich klappt das Zusammenleben bei jüngeren Hamstern, aber sobald sie geschlechtsreif werden, gehen sie eigene Wege.

Wir gehen davon aus, dass Goldhamster schon handzahm werden können, wenn man sich täglich um sie kümmert. Da unsere Schützlinge noch sehr jung waren, als sie ausgesetzt wurden, hat sich vor allem das Weibchen nicht mehr erholt und war sehr verängstigt und somit nicht zahm zu bekommen.

Geräusche

Hamster können zwar quieken und ach fauchen, allerdings wird man das normalerweise nicht oft hören, außer den Kleinen geht es nicht gut bzw. sie sind unzufrieden.
Ansonsten sind vor allem die Nage- und Radgeräusche zu hören.


Haltung


Bei Hamstern ist es oft so, dass sie eine "Toilettenecke" haben und eine "Vorratskammer", wo sie ihr Essen hamstern. Auf diese Bereiche muss immer geachtet werden, dass es dort nicht zu stark zu Verunreinigungen kommt, ansonsten macht ein Hamster nicht so viel Schmutz (außer beim buddeln vllt. nach draußen). Teilweise ist Schlaf-, Toiletten- und Essensplatz in einer Ecke, weshalb keine Häuser mit Boden verwendet werden sollen, sonst verunreinigt das Essen stärker.

Da die meisten Hamster ja Einzelgänger sind und somit sich nicht gegenseitig putzen können, ist es ratsam ein "Badeplatz" einzurichten, dieser besteht aus einer kleinen Schale mit Sand (aus der Tierhandlung z.B. Chinchilla oder Vogelsand, aber OHNE Muschelschalen OHNE Anis und OHNE Quarz, am besten Attapulgus Sand).

Hamster können zwar an Gitterstäben hochklettern, aber mit dem Herunterklettern hapert es oft, deshalb sollte darauf geachtet werden, dass die Kleinen nicht tiefer als 30 cm fallen können.

Art der Unterbringung:

(+ Vorteil, ~ neutral, - Nachteil)
Aquarium / Terrarium / Plastikkäfig:

    + Umgebung des Käfigs bleibt sauber

    ~ keine störenden Gitterstäbe beim Beobachten
    ~ die schlechte Belüftung von Aquarium/Plastikkäfig ist bei Hamstern nicht so wichtig, da die sie wenig Dreck machen und somit nicht soviel Ammoniak entsteht

    - Klettermöglichkeiten und Ebenen müssen selbst gebaut werden

Gitterkäfig:

    + Klettermöglichkeiten sind gegeben
    + Ebenen und Extras können leichter befestigt werden

    ~ Streu und Futter verschmutzen die Käfigumgebung, wenn der Hamster buddelt
    ~ Gitter stören das Beobachten

Für die, die keinen Käfig selber bauen können oder wollen, hier ein paar Vorschläge die unserer Meinung nach eine gute Alternative darstellen:
Fressnapf - Kleintierheim Matti
Fressnapf - Vivario 120 Choco Vanilla
Fressnapf - Vivario 120 Antik Platinum

Standort

Das Hamsterheim sollte etwas höher stehen, da beim Vorbeilaufen sonst ein Fluchtreflex ausgelöst wird. Die Feinde der Tiere sind vor alle Raubvögel, die ebenfalls von oben kommen. Allerdings nicht über Schulterhöhe, da die Kleinen sonst ein aggressives Verhalten zeigen, wahrscheinlich weil sie sich dann dominanter fühlen.
Der Standort sollte ruhig und frei von Zigarettenrauch, intensiven Gerüchen (keine Küchen), Zugluft, direkter Sonneneinstrahlung oder kompletter Dunkelheit und starken Temperaturschwankungen sein. Auch wenn die Kleinen in einem Durchgangsbereich stehen, zeigen sie aggressives Verhalten, da sie sich bedroht und gestört fühlen. Da die Hamster meist nachts laut sind, sollten sie nicht im Schlafzimmer stehen.

Temperatur: 19-24°C, bei Temperaturen unter 15°C zeigen sie Unwohlsein und ab 10°C einen winterschlafähnliche Zustand

Zubehör

  • Trinknapf/-flasche
  • Fressnapf
  • Badeschale/Kloschale: sehr wichtig, leider lässt sich nicht kontrollieren ob sie diese zum Baden oder als Klo benutzen, daher regelmäßig säubern (unsere benutzen anscheinend überdachte Schalen als Klo)
  • Laufrad: dient zur Bewegung, aber Achtung nur Laufräder mit einer offenen und einer geschlossenen Seite benutzen, und mit geschlossener Lauffläche, mind 27cm Durchmesser
  • Schlafhäuser/Verstecke: mind zwei da sie ihre Schlafplätze wechseln, Brücken, Röhren, Kokosnüsse, Tontöpfe etc. zusätzlich als Versteck anbieten
  • Tunnel/Röhren, sollten aus Holz oder Pappe sein
  • Transportbox: für Tierarztbesuche und zum Kauf, sollte genug sein, falls mehrere Tiere gleichzeitig zum Arzt müssen
  • Einstreu, Heu und Papiertücher und Pappe zum Nestbau
  • Klettermöglichkeiten: Leitern, Kletterwände, Steine, Brücken, Rampen etc. sollten nicht zu steil sein, je nach Größe habe sie mit Leitern leichte Probleme können sich aber gut hochziehen an Dingen. Seile, Holzstangen etc. sind nicht geeignet, da die Zwerge nicht gut klettern bzw. sich festhalten können

Hier gibt es noch ein paar Links auf andere Seiten von uns:

Nachwuchs


Paarung

Die Geschlechtsreife tritt mit 5-6 Wochen ein, wobei sich die Tiere in freier Natur erst einige Wochen später paaren (in Gefangenschaft ist dies nicht garanTiert !).
Das Weibchen ist ca. alle 5-6 Tage paarungsbereit (in der Hitze), um zuerkennen wann es soweit ist kann man dem Weibchen über den Rücken streicheln, wenn es den Rücken durchbiegt und den Schwanz anhebt, dann ist es bereit.

Bei der ersten Schwangerschaft sollte das Weibchen zwischen 4-12 Monaten sein und zwischen zwei Würfen sollten immer 2-4 Monate liegen, kein Weibchen sollte älter als 2 Jahre sein oder mehr als 4 Würfe bekommen.

Bei der Paarung sollte das Männchen niemals in das Gehege des Weibchens getan werden, am besten in einem neutralen Gehege und unter Aufsicht. Nach dem Decken sollten beide sofort getrennt werden, da das Weibchen meist aggressiv reagiert.

Schwangerschaft & Geburt

Während der Schwangerschaft braucht die Mutter sehr viel Eiweiß und Wasser, meist zeigt sie ein aggressiveres Verhalten auch dem Halter gegenüber. Sie brauch viel Ruhe, auch solange die Kleinen noch im Nest sind sollte man sie in Ruhe lassen und sehr Vorsichtig sein. Falls die Mutter zuviel Stress hat kann es dazu führen, dass sie die Jungen auffrisst.
Die Tragezeit beträgt in etwa 16-19 Tage. Es werden im Schnitt 4-10 Junge geboren.

Die Geburt verläuft im sitzen.

Entwicklung der Jungen

Die Jungen werden nackt, taub und blind geboren.
Ab dem 32. Lebenstag sollten die Männchen als eigene Gruppe in ein extra Gehege umziehen, die Weibchen können bei der Mutter bleiben.
Mit ca. 6-8 Wochen wird es immer mehr zu Streitereien kommen, dann sind die Kleinen soweit, dass man sie abgeben kann. Auf keinen Fall sollten die kleinen vor der 4. Woche von der Mutter getrennt werden, da sie noch viel von ihr lernen müssen.

WIELANGE GESÄUGT?


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