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Kaninchen & Meerschweinchen

Oft sieht man in Tierhandlungen Meeris und Kaninchen zusammensitzen und noch öfters wird nur ein Kaninchen und ein Meerschweinchen zusammengehalten. Dies hat für den Halter Vorteile, z.B. können sich die beiden trotz verschiedener Geschlechter nicht paaren und man muss sich ggf. nicht entscheiden ob Meeri oder Kaninchen.
Auf den ersten Blick scheint es ja auch keine Probleme zu geben, beide Tiere fressen gerne Heu und viel Grünzeug und vertragen tun sie sich anscheinend auch.
Für die Tiere bringt dieses Zusammenleben allerdings garnichts, sie sind gemeinsam einsam. (in Östereich ist die Haltungsform durch das Tierschutzgesetz sogar verboten). Dies ist auch eigentlich nicht verwunderllich, denn beide Arten sind zwar sehr soziale Tiere und brauchen unbedingt Gesellschaft, kommunizieren und leben aber auf ganz unterschiedliche Weise mit ihren Artgenossen.
Kaninchen leben in Höhlen, wo alle zusammen schlafen, sind Dämmerungsaktiv, haben keine richtige Lautäußerungen (wie Quiecken), betreiben gegenseite Fellpflege und sind sehr bewegungs- und buddelfreudig.
Statt dessen leben Meerschweinchen in Felspalten oder verlassenen Bauten, buddeln selber nicht, haben eine sehr ausgeprägte Lautsprache, betreiben weniger gegenseitige Fellpflege, schlafen getrennt und haben Aktivitäts- und Ruhephasen (diese wechseln im bestimmten Rhythmus und sind nicht auf bestimmte Zeiten festgelegt), hinzukommt, dass Meerschweinchen generell weniger aktiv sind.

Versuch zum Thema:


Schon 1996 wurde in einem Versuch festgestellt, dass Meerschweinchen lieber alleine leben als mit einem Kaninchen.
Der Verhaltensbiologe Prof. Dr. Norbert Sachser führte mit seinem Team einen Präferenztest zu dem Thema "Ist die Gemeinschaftshaltung von Kaninchen und Meerschweinchen eine zuempfehlende oder zu vermeidende Haltungsform ?" durch.
Veruschsaufbau:
  • Zwei Meerschweinchenkäfige, durch einen 10 cm langen Verbindungstunnel verbunden
  • jeder Käfig beinhaltet: Versteck, Futter und Wasser

Versuchsdurchlauf 1:
In einem Käfig sitzt ein 130 Tage altes Meerschweinchen, welches den Tunnel nicht passieren konnte und in dem anderen 30 Tage alte Meerschweichen (6 wurden nacheinander getestet). Diese jungen Meeris konnten nun allein leben oder zum Artgenossen wechseln (wurde durch eine Lichtschranke im Tunnel registriert).

Versuchsdurchlauf 2:
Statt des älteren Artgenossen, wurde ein Kaninchen in den Käfig gesetzt, welches vorher schon mit Meeri gelebt hatte.

Ergebnis:
Mit dem Artgenossen verbrachten die jungen Meeris 80% (min 71% , max 81%) ihrer Zeit gemeinsam, mit dem Kaninchen nur 40% (min 3%, max 71%). Auffällig ist die große Schwankung bei dem Kaninchenversuch.
Zudem wurde noch das Verhalten der jungen Meeris beobachtet. Hier viel auf, dass die Kleinen sich zum Schlafen in ihren Bereich zurück zogen und (viel) weniger mit dem Kaninchen interagierten (z.B. Beschnuppern), sondern dazu neigten zu erstarren. Außerdem konnten sie die Körpersprache des Kaninchens nicht verstehen, z.B. schieben Kaninchen ihren Kopf unter den eines Artgenossen, wenn sie sich putzen lassen wollen, die Meeris haben hier mit Aggressionen reagiert.

Fazit:
Die beiden Arten haben einen zustark abweichenden Tagesrhythmus und eine andere Körpersprache/Lautäußerung, wodurch es zu Stress und Konfliktsituationen kommen kann. Eine gemeinsame Haltung wurde von den Wissenschaftlern daher als nicht empfehlenswert eingestuft.


Zusammenfassung aus den Quellen: meerschweinchenberatung.at & Rodentia - Kleinsäuger-Fachmagazin Nr. 10 (Nov/Dez 2002) Seite 17


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