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Goldstachelmaus (Acomys russatus)


Goldstachelmaus

Die Goldstachelmaus sieht nicht nur aus wie eine Mischung aus Igel und Maus,
sondern sie hat auch richtig hartes stachliges Fell.

Systematik

Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: (Myodonta)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: (Deomyinae)
Gattung: Stachelmäuse (Acomys)

Es variieren je nach Quelle 8-19 Stachelmausarten:
  • 1. Sinai-Stachelmaus (Acomys dimidiatus)
  • 2. Palästinastachelmaus(Acomys dimidiatus dimidiatus)
  • 3. Nilstachelmaus(Acomys cahirinus cahirinus)
  • 4: Abu-Simbel-Stachelmaus(Acomys cahirinus ssp.)
  • 5. Türkei-Stachelmaus (Acomys cilicicus)
  • 6. Goldstachelmaus(Acomys russatus russatus)
  • 7. Zwergstachelmaus(Acomys spinosissimus)
  • 8: Kap-Stachelmaus(Acomys subspinosus )

Die Goldstachelmaus kann eine Kopf-Rumpf-Länge von 10-12cm + eine Schwanzlänge von 6-8cm, ein Gewicht von 24-53g und ein Alter von 2-5 Jahren erreichen.

Goldstachelmäuse haben eine sehr empfindliche Haut, weshalb es schneller als bei anderen Mäusen zu Verletzungen kommen kann bis hin zum Verlust des Schwanzes. Stachelmäuse sollten generell NIEMALS am Schwanz festgehalten oder hochgehoben werden. Falls es mal zum Verlust des Schwanzes kommen sollte, stellt das allerdings kein Problem dar, wenn die Verletzung behandelt wird und verheilt, kann die Maus auch gut ohne Schwanz leben.


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Äußere Merkmale:


Der hintere Körperbereich ist eher kugelförmig, was wohl durch das stachlige Fell verstärkt wird, der Kopf hingegen ist sehr spitz und langezogen.
Man kann zwischen den einzelnen"Stacheln" auch längere Haare erkennen, die wohl so wie einzelne Tasthaare auf dem ganzen Körper verteilt sind, um die Umgebungswahrnehmung zu erleichtern.

Zähne & Krallen

Die Goldstachelmäuse besitzen 16 Zähne (Zahnformel : I1 - - M1 M2 M3), wobei die Schneidezähne ständig nachwachsend sind.

Sie besitzen an jeder Pfote 5 Zehen mit sehr spitze Krallen, wobei an den Vorderpfoten je eine verkümmert ist. Mit den Krallen können sie sich sehr gut am Holz festhalten und an diesem auch senkrecht hochklettern. Bei den Jungtieren sieht man auch schon mal eine kopfüber an einer Holzplatte oder der Hand hängen.

Sinnesorgane

Die Ohren nehmen leiseste Laute wahr. Dies führt auch dazu, dass die ängstlichen Stachelmäuse schon mal panisch wegrennen, wenn man versucht sich vorsichtig zu nähern.

Besonders aufgefallen ist uns, dass die Kleinen viel mehr mit der Nase arbeiten als unsere anderen Nager, die Goldstachelmäuse scheinen wirklich sehr gut riechen zu können. Die kleine Nase wackelt in der Gegend herum und man kann gut sehen wie die Maus sich dann in die Richtung ausrichtet und zielstrebig auf das Futter zuläuft.
Oft schließen sie sogar die Augen, wenn man ihnen Futter hinhält und sie daran schnnuppern.

Natürlich haben auch Stachelmäuse Tasthaare um ihre Umgebung (Abgründe, Öffnungen etc.) wahrzunehmen. Zusätzlich haben die Goldstachelmäuse noch auf dem Körper verteilte Tasthaare (zumindest gehen wir davon aus, dass die längeren Haare genau wie bei den Rennmäusen dazu dienen).

Geschlechtsmerkmale

Wie bei den meisten Tieren ist der Anal-Genital-Abstand beim Weibchen kleiner als beim Männchen und die Weibchen besitzen 8 Zitzen, die man teilweise auch gut sehen kann (spätestens nach dem ersten Wurf). Der Genitalbereich hebt sich dunkel von der Unterseite ab. Die Männchen können die Hoden in die Bauchhöhle ziehen, wodurch die Bestimmung manchmal erschwert wird, auch beim Weibchen ist der Genitalbereich etwas dicker, was man als eingezogene Hoden missinterpretieren könnte.

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Verhalten & Charakterzüge


Aktivitäten

Die Goldstachelmäuse sind tagaktiv. Im Gegensatz zu anderen verbreiteteren Nagern buddeln sie gar nicht (zumindest unsere nicht), weshalb eine dünne Schicht Einstreu ausreichend ist. Allerdings klettern sie gerne auf breite Äste / Wurzeln und laufen auch sehr gerne im Laufrad, teilweise springen sie auch einfach von Dach zu Dach und wieder auf einen Ast rauf. Die Goldis sind definitiv aktiver als sie aussehen und deshalb ist ein größerer Käfig nötig.
Im jungen Alter neigen die Kleinen noch dazu an Gegenständen und dem Käfig zu knabbern, allerdings scheint sich das schnell zu legen, zumindest unsere erwachsene Stachelmäuse nagen gar nicht.

Sozialverhalten

Wie die meisten Nager sind auch die Goldstachelmäuse sehr soziale Tiere und leben im Familienverbund. Allerdings sollte wohl pro Gruppe max eine Männchen vorhanden sein, da es nach der Geschlechtsreife sonst zu starken Auseinandersetzungen kommen kann.

Schön zu beobachten ist auch, dass das Männchen ebenfalls bei der Aufzucht der Jungen hilft. Bei uns ist die Mutter eine Woche nach der Geburt gestorben und wir waren sehr beruhigt zu sehen, dass das Männchen die Kleinen schön warmhält und nach der Fütterung auch diese wieder am Eingang des Hauses in Empfang genommen hat.

Meist ist zu finden, dass speziell Goldstachelmäuse nur paarweise zu halten sind und Männchen sich nicht verstehen, sobald sie geschlechtsreif sind.
Wir haben momentan eine größere Goldstachelmausgruppe (Mutter mit 6 Kindern in verschiedenen Entwicklungsstufen) und auch schon 2x2 Männchen gehalten, und keine Probleme damit.
Allerdings ist die Haltung von Männchen schwieriger, hierbei sollte das Verhalten gut beobachtet werden. Unsere Weibchen sind immer recht ruhig und zutraulich gewesen, die Männchen eher panisch und sehr aktiv. Wir haben immer Vater und Sohn zusammengehalten, bei einigen Brüdern gab es größere Probleme. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Tiere ruhig sind und das Revierverhalten nicht so stark ausgeprägt ist. Auch Stress kann sich negativ auf die Gruppenhaltung auswirken, so dass die Tiere sich doch anfangen zu bekämpfen.

Geräusche

Geräusche machen die Kleinen keine, zumindest ist uns noch nichts aufgefallen.


Haltung


Bei der Haltung ist wichtig, dass die Tiere in Gruppen/Paaren gehalten werden, die nicht zu groß sein sollten. Die Käfiggröße sollte unserer Meinung nach nicht kleiner als 100cm Länge x 40cm Breite x 40cm Höhe. Das Einstreu muss nicht so hoch sein, da sie nicht buddeln, man kann Goldis auch auf Sand und Steinen halten, wie es in der Natur auch wäre.
Das Gehege muss eher selten komplett gesäubert werden, allerdings sollte die Kloecke 1-2 mal die Woche gesäubert werden (unsere nehmen immer eine Ecke ihres mehrgängigen Häuschens). Da die Goldstachelmaus ein Wüstenbewohner ist, hat sie einen stark konzentrierten Urin. Frischfutter muss natürlich jeden Tag entfernt werden, unsere Goldstachelmäuse mussten wir erstmal an Frischfutter gewöhnen, wird aber mittlerweile gern genommen.
Goldis können gut an Gittern klettern, sind aber nicht so "artistisch" auf dünnen Seilen zu balancieren oder daran hochzuklettern. Trotzdem wollen sie auch mal hoch hinaus, dafür sollten einige dicke Äste/Wurzeln oder Ähnliches in den Käfig. Ansonsten haben wir die Erfahrung gemacht, dass viele unterschiedliche Gegenstände gerne zum springen genutzt werden, so dass sie manchmal nicht mal den Boden berühren müssen ^^

Art der Unterbringung:


(+ Vorteil, ~ neutral, - Nachteil)

Gitterkäfig:
    + Trinkflasche ist von Außen anbringbar
    + da sie nicht Buddeln keine Gefahr von verdreckter Umgebung - Gitter behindern die Sicht
Aquarium:
    + geringe Ausscheidungen -> keine Gefahr für schlechte Belüftung

    ~ freie Sicht

    - Greifen von oben löst Fluchtreflex aus
    - Anbringen von Sachen ist schwieriger
    - es muss eine extra Abdeckung angebracht werden
Terrarium:
ein spezielles Nager Terrarium nennt man Cricetinarium.
    + man kann sie von vorn greifen

    ~ gute Belüftung, keine Gerüche

    - Anbringen von Sachen ist schwieriger


Für die, die keinen Käfig selber bauen können oder wollen, hier ein paar Vorschläge die unserer Meinung nach eine gute Alternative darstellen:
Fressnapf - Freddy(aber bitte die Plastikeinrichtung austauschen)
Fressnapf - Vivario 120 Choco Vanilla
Fressnapf - Theo

Standort

Der Käfig sollte etwas höher stehen, da beim Vorbeilaufen sonst ein Fluchtreflex ausgelöst wird. Der Standort sollte ruhig und frei von Zigarettenrauch, intensiven Gerüchen (keine Küchen), Zugluft, direkter Sonneneinstrahlung und starken Temperaturschwankungen sein.
Da die Tiere eher tagaktiv sind, sollten sie nachts ihre Ruhe haben und nicht von Lärm oder anderen Tieren gestört werden.

ideale Luftfeuchtigkeit: 50-60%
ideale Raumtemperatur: 20-30°C

Zubehör

  • Trinknapf/-flasche
  • Fressnapf, sollte zumindest für Frischfutter da sein, das Trockenfutter kann auch ins Streu gemischt werden
  • Badeschale/Kloschale: ein größerer Sandbereich wäre bestimmt gut, da sie sonst auch auf Sand leben
  • Laufrad: unsere laufen sehr gern im Rad, hier muss darauf geachtet werden, dass die Lauffläche geschlossen ist und es nur eine komplett offene Seite hat, außerdem sollte es mind. 27cm Durchmesser haben
  • mind. zwei Versteckmöglichkeiten in Häuserart, zusätzlich kann man Tonblumentöpfe, Brücken etc. als Verstecke nehmen
  • Transportbox, für Tierarztbesuche
  • Einstreu, Heu und Papiertücher und Pappe zum Nestbau
  • breite Klettermöglichkeiten

Hier gibt es noch ein paar Links auf andere Seiten von uns:

Nachwuchs


Goldstachelmaus Goldstachelmaus Goldstachelmaus Goldstachelmaus Goldstachelmaus Goldstachelmaus
2 Tage 3 Tage 9 Tage 12 Tage 18 Tage 44 Tage

Paarung

Die Geschlechtsreife tritt zwischen dem 2. und 3. Monat ein.

Schwangerschaft & Geburt

Nach einer Tragzeit von ca. 28-35 Tage werden 1-5 Junge geworfen.

Entwicklung der Jungen

Das besondere an dieser Gattung ist, dass bei den Stachelmäusen die Jungen bei der Geburt viel besser entwickelt sind als bei anderen Nagern, und auch schneller selbständiger werden.
Schon bei der Geburt sind die Augen geöffnet und am ersten Tag können schon die ersten Schritte gemacht werden.

Speziell auf die Goldstachelmaus bezogen:

Die Jungen öffnen bei dieser Art die Augen am 1.-2. Tag, der Fellansatz ist sofort zu erkennen. Im Gegensatz zu den Erwachsenen Mäusen haben die Babys noch keine Stacheln und sind nicht gelb-braun sonder schwarz. Die spätere Fellfärbung tritt dann erst im Laufe der Entwicklung auf.
Nach einigen Tagen fällt aber zu erst einmal auf, dass die Kleinen hinter den Ohren die typische weiß Färbung bekommen.
Nach ungefähr einer Woche nehmen sie neben der Muttermilch auch schon einzelne feste Nahrung auf, werden aber noch einige Wochen gesäugt.

Handaufzucht

Bei uns war der Fall das die Mutter nach einer Woche verstorben ist und wir die Kleinen mit der Hand aufgezogen haben (2 Tage mit Milch und dann Babybrei).
Da die Stachelmäuse schon recht weit entwickelt sind ist die Chance zu überleben bei den Kleinen größer als bei anderen Mäusearten. Vor allem wenn die erste Woche schon überstanden ist.

Was füttert man ?
  • Katzenaufzuchtsmilch (unbedingt darauf achten dass es keine Milch für erwachsene Katzen ist!) - gibt es in der Zoohandlung, auch bei einigen Tierärzten
  • zusätzlich kann man die Milch mit 1:1 Kondensmilch mischen - keine Sahne!
  • später kann auch nebenbei Vollkornbrei gefüttert werden
  • das ganze mit bischen Kamillentee mischen, beugt Blähungen vor
  • im Alter von einer Woche haben wir probiert Babybrei zuzufüttern, unsere haben das sehr gerne angenommen (auch der Papa ist drauf gestürzt^^), allerdings sollte dies nur unter Beobachtung geschehen, da die Kleinen auch in den Brei steigen und dann die Füße und das Fell komplett verklebt sind
Wie wird gefüttert ?
  • alle 2-3 Std auch nachts! (sollten sie feste Nahrung oder Brei aufnehmen, kann die Nacht durchgeschlafen werden)
  • die Milch muss immer frisch und warm angerührt werden und auch warmgehalten werden, am besten im Wasserbad - wir haben eine Aufzuchtsflasche benutzt die in einem Glas heißem Wasser schwamm, direkt aus der Flasche können die kleinen zwar nicht Trinken, aber mit einer Spritze kann man die warme Milch so aufziehen
  • mit Hilfe einer 1ml Spritze (ohne Nadel !) mit oder ohne Nuckelaufsatz möglich
  • das Baby wird in leichter Rückenlage zwischen den Fingern gehalten, ältere kann man auch auf die Hand setzten, je nachdem wie bereitwillig gegessen wird
  • die Kleinen sollten so trocken wie möglich dabei gehalten werden, man kann es auch vorsichtig in Küchentuch einwickeln
Was muss noch beachtet werden ?
  • die Kleinen haben noch keine richtig selbständige Verdauung und somit muss man diese vorsichtig anregen (normalerweise macht das die Mutter indem sie die Kleinen ableckt), dies tut man mit einem Wattestäbchen und massiert leicht den Bauch von oben nach unten ca. 1 min oder bis die Kleinen Urin und Kot abgesetzt haben - wenn sie es schon selber machen ist der Vorgang nicht unbedingt notwendig aber hilfreich
  • wenn die Kleinen verklebt sind müssen sie mit feuchtem Küchenpapier/Wattestäbchen vorsichtig sauber gemacht werden
  • sie sollten im Käfig schön warm gehalten werden, also gepolstertes Nest und ggf Wärmequelle (Rotlichtlampe, Wärmflasche) anbringen, der sie auch ausweichen können und die nicht zu heiß sein darf, nru notwendig wenn es keine Geschwister oder keinen Vater gibt der diese wärmen kann.



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