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Gesundheitscheck von Nagern

Ein Tier bedeutet immer große Verantwortung und die wichtigste Aufgabe ist darauf zu achten, dass das Tier gesund ist, sowohl beim Kauf als auch während der Haltung.
Beim Kauf
Es gibt einige Punkte, die man immer wieder im Auge behalten muss und vor allem beim Kauf kontrollieren sollte (nicht nur bei dem gewünschten Tier, sondern alle Tiere sollten gesund wirken):
- Augen: glänzend, klar, unverklebt, kein Ausfluss
- Nase, Ohren: trocken, sauber, kein Schleim, keine Rötungen oder Bisswunden
- Mund: trocken, sauber, ohne säuerlichen/fauligen Geruch
- After / Po: nicht verklebt, keine auslaufenden Sekrete, trocken, sauber (nicht kotverschmiert)
- Atmung: ruhig und gleichmäßig, kein Röcheln / Rasseln
- Fell: glatt und leicht glänzend (Außnahme sind bestimmte Rassen wie z.B. Rosettenmeerschwein), wenn es nass wirkt, dann ist das Fell meist verfettet (es fehlt dann meist ein Sandbad), keine kahlen Stellen
- Zähne und Krallen: nicht auffällig (lang), gleichmäßig lang, vollständig, nicht gebogen oder verdreht
- Haut: keine Schwellungen oder Verletzungen, schuppenfrei, nicht gerötet, zart rosa, elastisch
- äußeren Organe wie z.B. Ohren, Schwanz, Extremitäten sollten vollständig vorhanden sein
- Tasthaare: vorhanden, nicht (stark) gewellt
- Verhalten: munter, lebhaft, neugierig
- Körper(haltung): gerade, geschmeidig, keine Knochen sichtbar, Pfoten gleichmäßig belastet beim Laufen, saubere Pfoten
Bei der Haltung
Zu den oben genannten Punkte gibt es Merkmale, die man meist erst bei der Haltung beobachten kann:
- Gewichtsprobleme: starke Abnahme oder starke Zunahme (Hinweis auf Diabetis), aufgeblähter Leib können auf Verdauungsstörungen hindeuten (zumindest bei Zwerghamstern auch auf einen Tumor), der Verlust von Gewicht kann auch auf eine Zahnfehlstellung hindeuten
- Verhaltensstörungen: starke Aggressivität, appartisches Rumsitzen
- Bewegungsstörungen: Humpeln, Krämpfe, Lähmungserscheinungen, im Kreis laufen, Balanceprobleme
- Nahrungsverweigerung
Was tun wenn Merkmale zu treffen!?
BEI ANZEICHEN VON KRANKHEITEN BITTE UNBEDINGT ZUM TIERARZT (TA) GEHEN ! bzw. das Tier nicht kaufen
Beim Tierarzt sollte geguckt werden, dass dieser auch wirklich Ahnung von Nagern hat, die meisten kennen sich zwar mit Meerschweinchen und Kaninchen aus, aber bei Mäusen, Zwerghamstern oder vllt. sogar Exoten sieht es oft schon anders aus.
Am bestem im Internet gucken oder beim örtlichen Tierheim nachfragen (in Berlin gibt es dort z.B. noch einen zugehörigen Tierarzt), vllt. auch telefonisch beim Arzt nachfragen in wieweit Erfahrungen vorliegen.
Verletzungen:
- Leichte Verletzungen heilen von selber, bei größeren Sachen unbedingt zum TA.
Zahnfehlstellungen:
- Wenn die Zähne zu lang sind, kann das Tier nichts mehr/nur sehr schwer essen, deshalb zum TA und kürzen lassen, zudem sollte das Essen umgestellt werden, mehr harte Sache zum Nagen.
Lange Krallen:
- Wenn die Krallen zu lang werden, liegt das an mangelnden Scharr-/Buddelmöglichkeiten. Diese sollten dann ggf vom TA oder Halter geschnitten werden, dazu gibt es extra Krallenscheren (aber Achtung in den Krallen verlaufen auch Nerven und Blutgefäße).
Erkältung:
- Niesen, Schnupfen, knackende Atemgeräusch, Atemnot, struppiges Fell, tränende Augen
Eine Käfigecke mit Rotlichtlampe (0,5m Abstand) bestrahlen, kühlere Ausweichmöglichkeit bieten. Etwas Vitamin C ins Trinkwasser. Im schweren Fall zum TA.
Durchfall:
- Kann auf verschiedene Verdauungserkrankunge hindeuten. Im schlimmsten Fall kann das schnell tödlich verlaufen! Da man als Laie dies nicht erkennen kann, sofort zum TA, am besten mit Kotprobe.
Parasiten:
- häufiges Kratzen/Putzen, Hautwunden, Schuppen, Haarausfall
Das Einstreu sollte komplett durch Vogelsand (ohne Anis und Muschelschalen) oder Zellstoff ersetzt werden. Käfig und Gegenstände heiß auswaschen, nicht nur überbrühen sondern ruhig im heißen Wasser liegen lassen und danach gut trocknen. Auf alle Fälle zum TA und sich bei äußeren Parasiten ein Spot-on-Präparat holen oder bei inneren Parasiten gibt der TA eine Spritze.
Hautentzündungen:
- Beim Buddeln und Nagen kann es schnell mal zu kleineren Verletzungen und Abschürfungen kommen, die sich dann auch noch entzünden können. Im leichten Fall kann man die Stelle mit Kamillentee betupfen, ansonsten zum TA.
Hitzestau:
- schwacher, erhöhter Puls, hechelnde Atmung, Flachliegen mit ausgestreckten Extremitäten
Hier sollte eine dunkle, kühle Ecke/Käfig geschaffen werden, zum bsp durch Standort wechseln und Kühlakku im Käfig. Wenn es schon schlimmer aussieht, dann den TA kommen lassen, da dies weniger stressig ist. Wichtig an warmen Tagen ist auch viel Wasser, eine gute Belüftung und niemals den Käfig in direkte Sonneneinstrahlung stellen.
Schlaganfall:
- Halbseitige plötzlichauftretende Lähmung, vor allem bei älteren Tieren. Manche Tiere überleben dies und erlangen die volle Beweglichkeit zurück und andere nicht.
Tumor:
- Tastbare Gewülste/Ausbeulungen, manchmal auch Blut im Urin. Nager können oft noch gut mit einem Tumor leben. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit das Tier einzuschläfern (was großen Qualen vorzuziehen ist) oder zu operieren (was bei Nagern oft schwer ist, da selbst bei geglückter OP das Risiko sehr hoch ist, dass sie sich die Narben aufbeißen und/oder die Tumore wiederkommen.
Epileptischer Anfall:
- Manche Tiere haben eine erbliche Neigung zu Epilepsie. Hierbei kommt es zu einem Plötzlichen Krampfanfall/Zuckungen und Speichelfluss, dieser klingt meist nach wenigen Minuten ab und das Tier sitzt noch eine Weile reglos da.
Bei diesen Tieren auf alle Fälle Stress vermeiden, da dies die wahrscheinlichste Ursache dafür ist, zusätzlich sollte eine mineralstoffreiche Ernährung erfolgen (keine Gewürzpflanzen verfüttern).
Bei mongolischen Rennmäusen tritt dies sehr oft in den ersten 3 Monaten auf und lässt dann nach.
Unsere Erfahrungen mit Krankheiten
Antibiotika geben
Ist nicht immer so einfach, da das Tier leider nicht versteht, dass man ihm nur helfen will. Wenn nur wenig verabreicht werden muss, kann man es auf ein Leckerlie tropfen muss aber auch sicherstellen können, dass es gegessen wird. Ansosnten könnte es schwieriger werden.Am besten bei größeren Tieren zu zweit verabreichen, so dass einer das Tier sicher festhalten kann und der andere einfach die Spritze in die Lücke zwischen Nager- und Backenzahn führt, somit schlucken die Tiere automatisch die Medizin runter. Was auch geht bei kleineren Tieren, da dort die Menge weniger ist, einfach auf die Schnauze tropfen, beim Putzen nimmt es dann dei Medizin auf. Bei kleineren Tieren ist es auch einfacher das Tier selber zu halten.
Bisswunde bei Zwerghamster
Unser erstes schlimmes Erlebnis mit unseren Tieren begann mit einer kleinen Bisswunde bei einem unserer Robos, woraufhin wir das Paar sofort getrennt hatten. Allerdings knabberte der Kleine sich am kompletten Hinterteil, um die Bisswunde herum, das ganze Fleisch bis auf die Muskeln ab. Wir eilten zum Arzt, die ziemlich überfordert war, da Robos sehr klein sind. Aber sie hatte den rettenden Einfall und versuchte es mit einem neuen Gewebekleber, wobei der Zwerg narkotisiert werden musste. Am Ende noch einmalig Antibiotikum und dann ging es nach Hause und es hieß warten.Dank der einfallsreichen Ärztin ging es unserem Kleinen bald wieder gut und nach einigen Wochen hat man nichts mehr gesehen, der Kleine ging auch nie an die Wunde ran um weiter zu knabbern oder ähnliches.
Nagelbettverletzung beim Degu

Eines Tages fiel uns auf, dass einer der Degus ein etwas dickeren Zeh hatte und auch komisch lief. Der Arzt hat dann eine Nagelbettentzündung festgestellt. Nach einer Woche mit Antibiotikum ging es dann wieder weg, nun ist es zwar immer noch sichtbar aber nicht mehr entzündet und laut Arzt ok.
Zahnabbruch beim Degu
Wie man ja sehen kann sind die Zähne nicht gleich lang, was in diesem Fall daran lag, dass einer abgebrochen ist. Solange das Tier weiter frisst ist es aber kein Problem und wächst wieder nach.
Eingeklemptes Beinchen beim Zwerghamster
Zwei unserer Hamster haben beim Klettern im Gitterkäfig sich das Beinchen in der Käfigtür eingeklemmt. Wodurch das Bein abgeklempt war und der Knochen freilag.
Beim 1. Hamster gab es eine Woche lang Antibiotikum, damit das Bein von allein abfallen kann ohne eine Entzündung zu verursachen. Leider blieb er mit einigen Knochensplittern hängen und somit musste er operiert werden, was eigentlich verhindert werden sollte, da eine Narkose sehr gefährlich für die Kleinen ist. Da er schon sehr geschwächst war, ist er auch aus der Narkose nicht mehr aufgewacht.
Bei unserem 2. Hamster hatte die Ärztin einfach den Knochen mit einer Schere durchgeschnitten, ganz ohne Narkose, da der Knochen schon blank lag, und Haut drüber geschoben, so ist die Wunde auch sehr klein. Die Kleine lebt dann erstmal auf Küchenpapier, damit die Wunde nicht verdreckt. Mittlerweile merk man aber nicht mehr, dass ein Beinchen fehlt, sie klettert sogar im neuen Käfig durch die Gegend.
Fehlende Tasthaare bei Maus

Meistens ist hier nicht die Maus krank, der die Tasthaare fehlen sondern eine oder mehrere andere Mause der Gruppe. Es gibt eine Verhaltensstörung bei der meist weibliche Mäuse ein sehr starken Putzzwang bekommen und den anderen Mäusen die Tasthaare abknabebrn beim Putzen.
Wird die verursachende Maus aus der Gruppe genommen, wachsen den anderen die Tasthaare wieder nach. Der Verursacher ist natürlich der mit Tasthaaren, wenn nur eine Maus "krank" ist ansonsten müsste man die Gruppe aufteilen und einfach ausprobieren bei welcher Konstelation dann einigen der Mäuse wieder Tasthaare wachsen.
Diabetis bei Zwerghamstern
1. Fall : Beim ersten Hamster kam es zu einer starken Gewichtszunahme und übermäßig vieler Wasseraufnahme (ca. 3-fache an Körpergewicht). Wodurch die Kleine auch immerwieder ie Schlafphase unterbrochen aht um zu trinken. Die Augen waren meist geschlossen beim Laufen und der Hamster wirkte leicht Desorientiert und machte einen schlechten Gesamteindruck.2. Fall : Beim zweiten Hamster war es genau das Gegenteil, hier kam es zu einer starken Gewichtsabnahme trotz übermäßiger Futteraufnahme. Der Kleine hat fast den ganzen Tag gefressen und magerte trotzdem immerweiter ab. Letzendlich ist er trotzdem "verhungert", da das Gehirn nicht mehr mit Nährstoffen versorgt werden konnte. Am meisten nahm die Kraft in den Hinterbeinen ab, wodurch dieser sich dann letzendlich nicht mehr bewegen konnte und verstarb.
Leider gibt es bei so kleinen Tieren keine Möglichkeit die Diabetis zu behandeln. Man sollte eine zucker- udn fettarme Ernährung einhalten, damit die Wahrscheinlichkeit einer Diabetiserkrankung gesenkt wird, aber manchmal kann man da nichts gegen tun.
Tumor beim Zwerghamster
Wir hatten eines Tages festgestellt, dass unser Dsunagre einen ganz aufgeblähten/harten Bauch hatte und haben gedacht der hat vllt einfach Blähungen. Nach einigen Tagen Kamillentee wurde es nicht besser und im laufe der nächsten Woche bekam er dann einen immer dickeren Bauch, der TA meinte dann es wäre wohl ein Tumor.Der Kleine machte sonst aber ein sehr guten Eindruck und hatte keine Probleme mit dem Fressen oder der Bewegung, sobald dies nicht mehr der Fall ist sollte man sich überlegen das Tier einschläfern zu lassen.








