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Genetik & Zucht

Mendelchen Regeln

Züchten benötigt Verantwortung, Wissen, Platz, Zeit und Geld.
Es ist sehr wichtig die genetischen Grundlagen zu kennen und die Farbcodes zu beachten,
um das Risiko von Missbildungen und Totgeburten zu verringern.

Züchten ist nichts für Laien und zum Geldverdienen taugt es auch nicht!

Grundbegriffe der Genetik


Allel:

    Bezeichnet eine mögliche Ausprägung eines Gens, welches sich auf einem bestimmten Ort auf einem Chromosom befindet.
Autosomen:
    Sind alle Chromosomen, ausgenommen der Geschlechtschromosomen.
Chromosom:
    Auf den Chromosomen befinden sich verschiedene Gene und je nach Art des Lebewesens, hat der Chromosomensatz (Anzahl alles Chromosomen eines Organismus) unterschiedlich viele Chromosomen.
Codominanz:
    zwei dominante Allele treten gleichberechtigt in einem Merkmal hervor, es entsteht keine Mischung wie beim intermediären Erbgang.
Crossing-Over:
    Während der Zellteilung kann es dazu kommen, dass sich Stücke der mütterlichen und väterlichen Chromosomen austauschen.
dominant:
    bedeutet, dass sich der dominante Erbfaktor, gegenüber dem rezessiven (bei Mischerbigkeit) durchsetzt und nur dieser im Phänotyp sichtbar wird. Das dominante Allel wird durch große Buchstaben dargestellt.
Gen:
    Ein Gen ist immer ein bestimmt Abschnitt auf der DNA und werden allgemein als Erbanlage oder Erbfaktor bezeichnet. Oft wirken verschiedene Gene zusammen (Gengruppe), diese Gene können aber auch auf verschiedenen Chromosomen liegen.
Genotyp:
    oder auch Erbbild, gibt die exakte genetische Ausstattung eines Organismus wider.
Gonosomen:
    Sind die Geschlechtschromosomen, weibliche Tiere tragen zwei X Chromosomen (dargestellt XX) und männlich tragen ein X und ein Y Chromosom (XY)
Heterozygot:
    = Mischerbigkeit. Das bedeutet, dass zwei verschiedene Allele des Gens, für das selbe Merkmal, vorliegen, vorausgesetzt der Chromosomsatz ist diploid (also jedes Gen ist zweimal vorhanden, einmal von der Mutter einmal vom Vater)..
Homozygot:
    = Reinerbigkeit. Hier liegen zweimal die gleichen Allele für ein Gen vor.
Hybride:
    Hybride entstehen, wenn man zwei verschiedene Arten oder Rassen kreuzt, oftmals sind die Nachkommen nicht fortpflanzungsfähig manchmal nicht mal lebensfähig.
intermediär:
    Wenn der Erbgang intermediär ist, dann setzen sich beide Ausprägungen durch und mischen sich, z.B. würde eine rote und eine weiße Blüte eine rosa Blüte hervorbringen. Die Allele werden durch kleine Buchstaben dargestellt.
Inzucht:
    ist die Verpaarung relativ naher Blutsverwandter. Das Maß für die Inzucht ist der Inzuchtkoeffizient.
Letalfaktor:
    bezeichnet ein Allel eins Gens, dass in homozygoter Form tödlich wirkt, auch wenn es in heterozygoter Form wünschenswert ist, darf es laut §11b des Tierschutzgesetzes nicht herausgezüchtet werden, da es unter Qualzuchten fällt.
Mendel-Regel:
    1. Uniformitätsregel (siehe Bild oben): Kreuzt man homozygote Eltern (P-Generation), die in einem oder mehreren Allelenpaaren ungleich sind, dann sieht die Angehörigen der erste Tochtergeneration (F1-Generation) alle gleich aus.

    2. Spaltungsregel (siehe Bild oben): Werden die uniformen Angehörigen der F1-Generation untereinander gekreuzt, so treten in der F2-Generation unterschiedliche Erscheinungsbilder (Phänotypen) auf. Beim intermediären Erbgang 1:2:1 (reinerbig des dominanten:mischerbig:reinerbig des rezessiven) und im dominant-rezessiven Erbgang 3:1 (reinerbig dominant und mischerbig:reinerbig rezessiv). Hier wird deutlich, dass man vom Phänotyp nicht auf den Genotyp schließen kann.

    3. Unabhängigkeitsregel / Neukombinationsregel: Betrachtet man zwei Merkmale, die getrennt von einander vererbt werden und kreuzt die F1-Generation untereinander, dann kommt es zu neuen Kombinationen zwischen den beiden Merkmalen.
Mutation:
    ist eine Veränderung des Erbgutes eines Organismus durch Veränderung der Abfolge der Nukleinbasen oder durch Veränderung der Chromosomenzahl, die nicht auf Rekombination oder Segregation beruht.
Phänotyp:
    oder Erscheinungsbild ist die Summe aller Merkmale eines Individuums, sowohl morphologische, als auch physiologische Eigenschaften. Sie gibt nicht immer Auskunft über den Genotyp.
Rekombination:
    Hier handelt es sich um das Austauschen von Allelen oder Neuanordnung von genetischen Materials wodurch neue Gen- / Merkmalskombinationen entstehen.
rezessiv:
    bedeutet, dass der rezessive Erbfaktor sich unterordnet (bei Mischerbigkeit) und nur wenn das Gen reinerbig vorliegt zu einer Ausprägung kommt. Das rezessive Allel wird immer mit kleinen Buchstaben dargestellt.

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Zucht von Tieren

Die Zucht kann nur von Leuten in Betracht gezogen werden, die sich sehr gut mit den zu züchtenden Tiere auskennen und diese auch 100% von ähnlichen Arten unterscheiden können, zudem sollte man auch sehr sicher in der Geschlechterbestimmung sein.

Bin ich bereit für Nachwuchs / eine Zucht?

  • Habe ich schon mehrere Tiere dieser Art (erfolgreich) gehalten ? Vor allem ein komplettes Leben lang ?
  • Kenne ich die Eigenschaften der Art und ihre (speziellen) Anforderungen/Ansprüche ?
  • Kann ich das Paar artgerecht in getrennten Käfigen halten, damit es nicht zu einer Dauerschwangerschaft kommt ? Hab ich Platz die "aussortierten" Weibchen weiter zu halten ?
  • Ist der Käfig groß genug, damit auch der Nachwuchs darin Platz hat sich zu bewegen ? Bzw. hab ich den Platz so einen Käfig aufzustellen ?
  • Hab ich das Geld mehr Futter und ggf. auch spezielles Futter zu kaufen ?
  • Hab ich Zeit und Geld den Käfig öfters zu reinigen ? Meistens entsteht mehr Dreck, da das Weibchen mehr trinken und fressen muss.
  • Weiß ich 100% was ich für eine Tierart habe und kann auch das Geschlecht und die Farbe bestimmen?
  • Gibt es Abnehmer für den Nachwuchs ? Werden sehr viele Tiere dieser Art Angeboten ? Was passiert wenn ich dei Tiere nicht loswerde ?

Welche Tiere sollten in die Zucht ?

  • Die Tiere müssen je nach Art einen bestimmte Altersspanne haben, bei dem ersten Wurf ist das besonders zu beachten.
  • Die Tiere sollten nicht zu oft oder gerade erst geworfen haben
  • Wichtige Charaktereigenschaften: zahm und verträglich zu anderen, niemals aggressive Tiere verpaaren!
  • Die Tiere sollten die Möglichkeit einer "guten Erziehung" erhalten haben, das heißt nicht zu früh von der Mutter getrennt worden zu sein. -> Zoohandlungstiere eignen sich deshalb meist nicht, da sie selber nie ein richtiges Sozialverhalten oder Reinlichkeit gelernt haben
  • Die Tiere sollten keine körperlichen Missbildungen haben oder verhaltensauffällig sein.
  • Natürlich dürfen die Tiere auch nicht erkrankt sein.

  • Einige Farben dürfen nicht verpaart werden, da sonst Totgeburten oder stark missgebildeter Nachwuchs entstehen kann.

Zuchtalter einiger Tiere

Tierart

Geschlechtsreife

1. Wurf

letzter Wurf

Farbmausw: 4 Wochen, m: 5 Wochen4-8 Monate1 Jahr
Rennmaus5-6 Wochen4-12 Monate1,5-2 jahre
Deguw: 6 Wochen, m: 3 Monate - -
Dsungarischer Zwergh.4-6 Wochen3 Monate -
Campbell Zwergh.5-6 Wochen3 Monate -
Roborowski Zwergh.5-6 Wochen8 Monate -
Mittelgroße Hamster5-6 Wochen4-12 Monate2 Jahre
Kaninchen3-5 / 4-8 / 7-12 *7-9 Monate -
Meerschweinchen**3-4 Wochen 6-12 Monate -
Ratte5 Wochen3-6 Monate1 Jahr
Chinchillaw: 4-6 Monate, m: 9 Monate8-9 Monate -
Steppen-Lemminge6 Wochen 3-4 Monate 1 Jahr

* Bei Kaninchen schwanken die Werte stark und sind abhängig von der Größe (kleine, mittlere oder große Rasse)
**Niemals dürfen Dalmatiner x Dalmatiner, Schimmel x Schimmel oder Dalamtiner x Schimmel miteinander verpaart werden. Diese beiden Rassen besitzen den sogenannten Lethalfaktor (lethal = tödlich)

Die Zahlen sind natürlich nur circa Angaben und können durchaus von einzelnen Tieren (stark) abweichen.

Zahlen zu Schwangerschaft und Jungtieren

Tierart

Tragezeit

Wurfgröße

Abgabealter

Farbmaus*19-21 Tage1-20 (meist 8-12)6-8 Wochen
Rennmaus23-26 Tage1-12 (meist 4-6)7-8 Wochen
Degu85-95 Tage (meist 90 Tage)1-10 (meist 4-7)5-7 Wochen
Dsunagrischer Zwergh.19-23 Tage1-106-7 Woche
Campbell Zwergh.17-20 Tage1-66-7 Wochen
Roborowski Zwergh.19-22 Tage1-78-10 Wochen
Mittelgroße Hamster16-19 Tage4-105-8 Wochen
Kaninchen31 tage4-128-10 Wochen
Meerschweinchen62-72 Tage (meist 68 Tage)1-7 (meist 3)4-5 Wochen (300g)
Ratte 21-24 Tage 1-20 (meist 8-14)6 Wochen
Chinchilla111 Tage1-4 (meist 2)12 Wochen
Steppen-Lemminge20 Tage4-85-7 Wochen

* schon vor der Abgabe nach geschlechtern trennen

Die Zahlen sind natürlich nur circa Angaben und können durchaus von einzelnen Tieren (stark) abweichen.


Farbcodes







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