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Degus (Octodon degus)
Degus kommen aus Südamerika, meist Chile, und wurden im 18. Jahrhundert entdeckt,
damals zählte man sie zu den Hörnchen, da sie gleiche Verhaltensweisen an den Tag legen.
Auf Grund ihrer Anatomie werden sie allerdings zu den Meerschweinchenverwandten gezählt,
genauer zu den Strauchratten.
Systematik
| Überordnung: | Euarchontoglires |
| Ordnung: | Nagetiere (Rodentia) |
| Unterordnung: | Stachelschweinverwandte (Hystricomorpha) |
| Teilordnung: | Meerschweinchenverwandte (Caviomorpha) |
| Familie: | Trugratten (Octodontidae) |
| Gattung: | Strauchratten |
Es existieren vier Arten:
- Der Gewöhnliche Degu (Octodon degus) (ist hier als Heimtier weit verbreitet)
- der Walddegu (Octodon bridgesi)
- der Küstendegu (Octodon lunatus)
- der Pazifikdegu (Octodon pacificus)
Seit 1975 sind sie als Heimtiere beliebt.
Der Degu lebt in einer Gruppe von 5-10 Tieren, welche in unterirdischen Höhlen leben. Es sind sehr soziale Tiere und "unterhalten" sich mit pfeifenden oder knackenden Lauten (teilweise mit einem Kanarienvogel vergleichbar). Fremde Familien werden konsequent aus dem eigenen Territorium verjagt.
Degus sind eigentlich tagaktiv, allerdings können höhere Temperaturen dafür sorgen, dass sie ihre Aktivitäten auf den Morgen oder Abend verlegen.
In der Natur ernähren sich Degus von Kräutern, Gräsern, Wurzeln, Samen und Laub, weswegen eine fettarme und zuckerfreie Ernährung streng eingehalten werden muss, sonst bekommen sie Diabetes und/oder Verdauungserkrankungen.
Degus werden 12-20cm groß + 10-16cm langem Schwanz, erreichen ein Gewicht von 170-200 (bzw. bis 300 bei trächtigen Weibchen) und werden 4-6 Jahre alt.
Die Weibchen werden mit 2 Monaten geschlechtsreif (die Männchen mit 3 Monaten) und bekommen im Schnitt 3-4 Würfe im Jahr mit 3-6 Jungen (halb sehend), welche ca. 4 Wochen gesäugt werden und nach ca. 6 Wochen selbständig leben können (die Tragezeit beträgt etwa 84 Tage).
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Äußere Merkmale:
Die wild Fellfarbe der kleinen ist braun-schwarz meliert, allerdings werden auch schon anders farbige gezüchtet (blau, sandfarbig und Albinos), der Bauch und der Hals sind heller (grau oder auch gelblich).
Degus haben einen länglichen Körperbau, lange Hinterbeine mit denen sie sehr gut springen können und sich auch putzen, im Verhältnis dazu sehr kurze Vorderbeine und einen langen Schwanz, der leicht behaart ist und am Ende ein Haarbüschel hat.
Zähne & Krallen
(Jungtier)
(Adult)Die Zähne der Degus sind gelb und wie bei allen Nagern sind die 4 Schneide (Nage-)zähne stak ausgeprägt
Man sollte sich von diesen nicht beißen lassen, dies könnte sehr schmerzhaft enden.

Degus haben jeweils 5 Zehe an den Vorder- & Hinterpfoten, wobei der innere Zeh etwas verkümmert ist, mit sehr spitze Krallen, was beim spielen beachtet werden sollte, da sie sich überall festkrallen und das leicht schmerzhaft sein kann.
An der ledrigen Unterseite der Pfoten sind kleine Noppen und auf der Oberseite geht das Fell weit über dei Krallen rüber.
Sinnesorgane

Um die Augen ist ein hellerer Ring zu sehen.Die Augen an sich sind zwar sehr dunkel, aber beim genaueren Hinsehen sieht man die schwarze Pupille deutlich.
Durch die seitliche Anordnung der Augen haben sie zwar ein weites Sichtfeld, allerdings können sie unbewegtes sehr schlecht wahrnehmen und auch das räumliche Sehen ist sehr schlecht, was in hektischen/panischen Situationen zu Unfällen führen kann, da sie die Entfernungen nicht einschätzen können.
Die Augen können durch Diabetes getrübt werden und es kann auch zur Erblindung kommen.
Die anderen Sinne sind gut bis sehr gut ausgebildet.
Die Tasthaare befinden sich bei den Degus nicht nur an der Spitze der Schnauze sonder auch vereinzelt am ganzen Körper (sind etwas länger als das restliche Fell) und dienen zur Orientierung.
Geschlechtsmerkmale
(Männchen)
(Weiblich)| zurück nach oben |
Verhalten & Charakterzüge
Aktivitäten
Unsere Degus sind sehr neugierige und verspielte Tiere, die bei größerem Vertrauen auch auf die Käfigtür gestürmt kommen, wenn man diese öffnen will. Teilweise stehen die auch solange an der Tür und knabbern oder buddeln am Rahmen bis man zu ihnen kommt.Die Tiere klettern zwar auch auf unsere Hand oder Arme, allerdings werden Degus nicht so handzahm, dass man mit ihnen kuscheln kann, denn es geht ihnen wohl nur ums klettern und entdecken.
Sozialverhalten
Degus sind sehr sozial und brauchen immer mehrere Artgenossen um sich, damit soll es bei Degus besonders einfach sein auch eine rein männliche Gruppe zu halten, da die Rangordnung nicht so stark gegeben ist und sich auch schnell mal ändern kann (Allerdings sollte bei einer Zusetzung eines fremden trotzdem eine Vergesellschaftung stattfinden, denn gegenüber fremden Artgenossen wird auch hier das Revier verteidigt).
Wie wichtig andere Artgenossen sein können haben wir auch schon bei unseren Männchen festgestellt, die beiden waren 2 Jahre alt als wir sie bekamen und verhielten sich mehr wie kleine Opas, die keine Lust zum Klettern und Springen hatten, aber als dann unsere beiden jungen Weibchen in die Wohnung kamen, sind die "Alten" dann richtig zum Leben erwacht und nun rennen und springen die Vier hier durch den Käfig.
Geräusche
Degus unterhalten sich mit quieckenden/pfeifenden und knackenden Lauten, was sehr laut werden kann und auch das Nagen ist je nach Holzart sehr laut und kann abends oder nachts zu Ruhestörungen führen, falls die Tiere sich im gleichen Zimmer befinden.| zurück nach oben |
Haltung
Degus dürfen wie die meisten anderen Nager niemals allein gehalten werden!
Wenn ein Mitglied von seiner Gruppe getrennt werden muss, dann sollte danach auch wieder eine Vergesellschaftung stattfinden.
Bei einem Tierarztbesuch ist es auch immer zu empfehlen ein Paar mitzunehmen, zum einen zur Beruhigung zum anderen kann es wohl schnell dazu kommen, dass sie sich nicht mehr "wieder erkennen".
Bei der Käfigwahl sollte unbedingt beachtet werden, dass Degus ein sehr starkes Nagebedürfnis haben, was sie an allen Holz- und Plastikgegenständen unter Beweis stellen.
Bei einem Gitterkäfig sollte darauf geachtet werden, dass die Wanne nicht aus Plastik ist und genug Platz zum klettern und springen gegeben ist.
Bei den Degus gelangt durch die Gitterstäbe besonders viel Dreck auch außerhalb des Käfigs.
Die Behausung sollte mindestens 100 cm hoch und 100cm breit sein.
Es ist ratsam ein "Badeplatz" einzurichten, dieser besteht aus einer kleinen Schale mit Sand (aus der Tierhandlung z.B. Chinchilla oder Vogelsand, aber OHNE Muschelschalen OHNE Anis und OHNE Quarz, am besten Attapulgus Sand).
Art der Unterbringung:
(+ Vorteil, ~ neutral, - Nachteil)Aquarium:
-
+ Umgebung des Käfigs bleibt sauber
~ keine störenden Gitterstäbe beim Beobachten
~ die schlechte Belüftung
- Klettermöglichkeiten und Ebenen müssen selbst gebaut werden
- nur mit Gitteraufsatz zu gebrauchen, da sonst nicht hoch genug
Terrarium:
ein spezielles Nager Terrarium nennt man Cricetinarium.
-
+ Umgebung des Käfigs bleibt sauber
~ keine störenden Gitterstäbe beim Beobachten
~ Belüftung ist schwierig
- Klettermöglichkeiten und Ebenen müssen selbst gebaut werden
Gitterkäfig:
-
+ Klettermöglichkeiten sind gegeben
+ Ebenen und Extras können leichter befestigt werden
~ Streu und Futter verschmutzen die Käfigumgebung
- Plastikwannen/-stäbe werden aufgefressen
- meist viel zu klein
Plastikkäfige gibt es nicht für Degus
Standort
Das Heim sollte nicht in einem Durchgang stehen, da beim Vorbeilaufen sonst ein Fluchtreflex ausgelöst wird und die Tiere unnötig stresst.Der Standort sollte ruhig und frei von Zigarettenrauch, intensiven Gerüchen (keine Küchen), Zugluft, direkter Sonneneinstrahlung oder kompletter Dunkelheit und starken Temperaturschwankungen sein. Da die Degus auch nachts laut sind, sollten sie nicht im Schlafzimmer stehen.
Zubehör
- Trinknapf/-flasche
- Fressnapf
- Badeschale/Klosschale
- Holzlaufrad: dient zur Bewegung, aber Achtung nur Laufräder mit einer offenen und einer geschlossenen Seite benutzen, und mit geschlossener mind 27cm Durchmesser
- Schlafhäuser/Verstecke: mind zwei da sie ihre Schlafplätze wechseln, Brücken, große Röhren etc zusätzlich als Versteck anbieten
- Tunnel/Röhren, sollten aus Holz oder Pappe sein
- große Transportbox: für Tierarztbesuche und zum Kauf
- Einstreu, Heu und Papiertücher und Pappe zum Nestbau
- Klettermöglichkeiten: Leitern, Kletterwände, Steine, Brücken, Rampen, dicke Seile, Holzstangen (alles nur natürliche Materialien)
Hier gibts noch ein paar Links auf andere Seiten von uns:
- Haltung und Käfigeinrichtung (Vorschläge zu Käfigen, vom Laufrad über Spielplatz bis Eigenbau)
- Ernähung (ausgewogene und richtige Ernährung ist wichtig)
- Gesundheit (Wie erkennt man ob ein Tier gesund ist?!)
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Nachwuchs
Bevor man sich entschließt Degunachwuchs zu bekommen, sollte man beachten, dass es schon viele Degus gibt, und eine Menge davon sitzt in Tierheimen/Notfallstationen.
Man kann also z.B. auch trächtige Weibchen aufnehmen, wenn man sich um Nachwuchs kümmern möchte, ansonsten sollte vorher geguckt werden, ob der Nachwuchs auch ein artgerechtes Zuhause (keine Tierhandlung) bekommen kann.
Paarung
Die Männchen sind mit 3 Monaten geschlechtsreif und lebenslang zeugungsfähig, die Weibchen sind ca. ab dem 2. Monat geschlechtsreif und können bis zum Alter von 4,5 Jahren schwanger werden, ein regelmäßiger Zyklus konnte noch nicht festgestellt werden, aber ca. alle 2-3 Wochen ist das Weibchen paarungsbereit.
In der Natur findet die Paarung im Frühling oder Herbst statt, was auch beim züchten eingehalten werden sollte, da z.B. im Sommer die Hitze ein zusätzlicher Stressfaktor/Risikofaktor darstellt, der auch zum Tod führen kann.
Man sollte auch beachten, dass es bei Degus vermehrt zu vererbbaren Krankheiten kommen kann, weshalb unbedingt die vorherigen Generationen bekannt sein sollten und natürlich gesund sein sollten.
Damit das Weibchen nicht zu stark beansprucht wird, sollte noch einiges beachtet werden:
- zwischen den Geburten sollten 6-12 Monate liegen
- max. 4 Würfe
- es sollte 1-4 Jahre alt sein
Ist das Weibchen bereit, dann kann es sein, dass sie sich das Männchen aussucht und sogar umwirbt.
War die Deckung erfolgreich sieht man ein kleinen Propfen auf der Geschlechtsöffnung des Weibchens.
Es kann wohl dazu kommen, dass das Männchen nach der Deckung von den anderen Böcken nicht mehr angenommen wird.
Schwangerschaft & Geburt
Die Tragzeit beträgt 85-95 Tagen, allerdings ist die Schwangerschaft meist erst in den letzten 2 Wochen an Hand des zunehmenden Umfangs erkennbar, teils auch schon an den geschwollenen Zitzen.Man sollte das Weibchen dann nur in Notfällen raus nehmen und dann auch nicht am Bauch hochheben.
Zur Stressvermeidung sollten auch die anderen Gruppenmitglieder nicht ausgetauscht werden oder sogar ein kompletter Käfigumzug gemacht werden.
Während der Schwangerschaft sollte unbedingt auf Auffälligkeiten geachtet werden.
Es kommt zu einen größeren Mineral- und Vitaminbedarf, weshalb für abwechslungsreichem Futter gesorgt werden sollte, beim zugeben von Präparaten sollte der Arzt gefragt werden und ganz wichtig der erhöhte Wasserbedarf sollte gedeckt werden.
Vor der Geburt sollte unbedingt das Männchen aus der Gruppe genommen werden, damit das Weibchen nicht erneut gedeckt wird nach der Geburt.
Kurz vor der Geburt setzen die Wehen ein, was für das Tier schmerzhaft sein kann, ab dann brauch das Weibchen vollkommene Ruhe und nur bei Komplikationen sollte eingegriffen werden.
Die Wurfgröße beträgt im Schnitt 4-7 Junge (kann bis zu 10).
Einige Komplikationen bei der Geburt sind:
- ein Junges kann stecken bleiben, wenn es zu groß ist
- wenn ein Junges schon tot ist muss es dringend vom Tierarzt geholt werden
- die Mutter kann überfordert sein und die Jungen nicht richtig versorgen, dann müssen sie die Jungen befreien, trocknen und wärmen, falls kein Gruppenmitglied das übernimmt, aber sofort nach beenden des Geburtsvorgangs die Jungen zurück setzten.
- falls die Augen verklebt sind, können sie etwas Augensalbe auf das Lid tun und ganz vorsichtig die Augen öffnen.
Entwicklung der Jungen
Die Jungen werden im Gegensatz zu den Jungen kleiner Nager nicht nackt geboren sondern vollkommen "bekleidet" und mit schon leicht geöffneten Augen, sie können schon etwas durch die Gegend tappsen und wiegen 10-20g.Nach 2 Tagen können sie schon ihre Nähere Umgebung untersuchen und nach einer Woche kann man die kleinen noch verspielten Degus schon langsam an die Hand gewöhnen.
Die Jungen werden bis zur 2. oder 4. Woche gesäugt, nehmen aber schon neben bei etwas feste Nahrung auf (nach 2 Wochen vermehrt).
Die Entwöhnung erfolgt in der 4.-6. Woche und dort findet auch die "Erziehung" der kleinen statt. Somit sollten die Degus frühestens nach der 7. Woche abgegeben werden, mit der geschlechtsreife der Männchen.
Diese werde im übrigen mit 12 Wochen von dem Vater aus der Gruppe gestoßen (in der Natur).
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