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Streifengrasmaus (Lemniscomys)

Streifengrasmaus

Die Streifengrasmäuse sind afrikanische Mäuse, die noch relativ neu in der Haustierhaltung sind, was den Informationsmangel und die Widersprüche erklärt.
Wir versuchen hier nun verschiedene Quellen mit unseren eigenen Erfahrungen und die anderer Halter zu verbinden, um ihnen vor allem die Vielstreifengrasmäuse näher zu bringen.

Systematik

Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Gattung: (Streifen)Grasmäuse (Lemniscomys)

Bis jetzt sind 11 Arten bekannt:
  • 01. Vielstreifengrasmaus / Berber-Streifengrasmaus(Lemniscomys barbarus), Sahelzone, westafrikanische Savannen
  • 02. Einstreifengrasmaus (Lemniscomys rosalia), Süd- und Ostafrika
  • 03. Senegal-Einstreifengrasmaus (Lemniscomys linulus), Waldlichtungen in Senegal und der Elfenbeinküste
  • 04. Tüpfelgrasmaus (Lemniscomys striatus)
  • 05: Griseldas Streifengrasmaus(Lemniscomys griselda), Angola
  • 06. (Lemniscomys macculus), Ostafrika
  • 07. Belliers Streifengrasmaus (Lemniscomys bellieri), Elfenbeinküse
  • 08. Mittendorfs Streifengrasmaus (Lemniscomys mittendorfi), nur am Ufer des Lake Oku in Kamerun
  • 09. Hoogstraals Streifengrasmaus (Lemniscomys hoogstraali), nur am oberen Nil im Sudan
  • 10: (Lemniscomys zebra)
  • 11: Rosevears Streifengrasmaus (Lemniscomys roseveari), Sambia

Die Streifengrasmaus lebt im Norden Afrikas und ernährt sich hauptsächlich von Gräsern, Sämereien und Getreide, aber auch Insekten und Früchte gehören ab und an zum Speiseplan. Auf Nahrungssuche geht sie meist in den kühleren Abend- und Nachtstunden, tagsüber lebt sie in dem kühlen Höhlensystem. Allerdings sind die Zwerge durchaus phasenaktiv, das heißt sie haben Stundenweise einen wechselnden Schlaf-Wach-Rhytmus und sind somit weder rein nacht- noch tagaktiv.
Wie alle Mäuse leben auch die Streifis in einer Gruppe, was bei der Haltung unbedingt berücksichtigt werden sollte.
Die Gattung der Streifengrasmaus beherbergt 11 Arten, die sich grob in 3 Fellmuster teilen lassen. Die bekanntesten sind die Vielstreifengrasmäuse, wie der Name sagt haben sie viele dunkle und helle Streifen, wohingegen die Einstreifengrasmaus nur einen dunklen Streifen auf dem Rücken hat und die dritte Variante ist die Tüpfelgrasmaus, bei der die Streifen getupft sind.

Die Streifengrasmäuse erreichen ca. eine Kopf-Rumpf-Länge von 8-14 cm und eine Schwanzlänge von 8-15 cm, wobei sie ca. 30-40g wiegen. In Freierwildbahn werden sie ca. 6 Monate alt, allerdings können sie in Gefangenschaft zwischen 2-4 Jahre alt werden.

Ein großes Problem der Haustierhaltung ist, dass unerfahrene Halter Tiere verschiedener Arten kreuzen oder einfach unter falschen Artennamen weiter geben. Dies führt oft dazu, dass die eigentlichen Arten nicht mehr existieren und / oder sehr stark unterschiedliche Verhaltensbeobachtungen beschrieben werden.
Wir gehen davon aus, dass die meisten Tiere, die heute zu bekommen sind (vor allem in Zoohandlungen) eine Mischung aus zwei Arten ist.
Teilweise sind die unterschiedlichen Arten schwer zu unterscheiden, meist nur wenn man sie direkt vergleichen kann, durch spitzere Nasen oder kleinere Ohren, aber auch leicht andere Fellfarben, die sonst nicht auffallen würden.

mehr zum Verhalten hier


Äußere Merkmale:


Hier geht es hauptsächlich um die Vielstreifengrasmaus und diese sieht genauso aus wie kleine Frischlinge. Sie haben ein helles Unterfell und dunkle Haarspitzen, das Fell ist am Rücken mit hellen und dunklen Streifen bedeckt, wobei der mittlere Streifen besonders dunkel ist und über den Kopf geht, die anderen Streifen sind mit hellen Stellen ausgefüllt. Der Bauch ist komplett weiß. Um die Augen ist ein heller Ring zu erkennen.
Die kleinen haben einen sehr dünnen langen Schwanz, wobei die Spitzen anscheinend besonders schnell abbrechen oder abgefressen werden kann, man sollte diese Mäusegattung NIEMALS AM SCHWANZ HOCHHEBEN.
Die Mäuse sind sehr zierlich und haben dünne lange Beine, besonders die Hinterbeine sind extrem lang und dienen zum Springen.
Die Körperform ist sonst eher länglich schmal und läuft am Kopf spitz zu, das Hinterteil ist eher rundlich.

Zähne & Krallen


Sinnesorgane

Auge einer Streifengrasmaus


Geschlechtsmerkmale

Links eine weibliche Streifengrasmaus und rechts eine männliche Streifengrasmaus
links sieht man eine weibliche Streifengrasmaus und rechts ganz deutlich eine männliche Streifengrasmaus. Bei den Männchen sind die Hoden deutlich zu sehen, auch wenn sie in der Lage sind diese einzuziehen.
Ansonsten haben natürlich auch hier die Weibchen einen kleineren Anal-Genital-Abstand als die Männchen und besitzen 8 Zitzen.


Verhalten & Charakterzüge


Wie oben erwähnt ist es sehr schwierig genau zu sagen wie die Streifengrasmäuse sich verhalten, da nicht ganz klar ist um welche Art es sich bei den Beobachtungen handelt. Wir versuchen hier generell unsere Mäuse zu beschreiben, aber auch anzugeben, wenn wir andere Beobachtungen gefunden haben

Aktivitäten

Unsere Kleinen sind sehr agil und klettern und laufen sehr gerne und viel. Sie sind phasenaktiv und vor allem in den Morgen- und Abendstunden unterwegs.
Allerdings wird die Aktivität immer mal wieder gedämpft, da sie sehr schreckhaft und ängstlich sind. Es kommt oft dazu, dass sie sich so sehr erschrecken, dass sie wie versteinert da stehen oder einfach stundenlang bewegungslos an der Scheibe sitzen und die Umgebung genau beobachten, während die anderen normal im Gehege durch die Gegend rennen oder schlafen.
Im Gegensatz dazu kann es aber auch vorkommen, dass sich die Kleinen gegenseitig sehr erschrecken und beide unkontrolliert in die Luft springen.
Einige haben auch schon berichtet, dass es bei Streifengrasmäusen öfters dazu kommt, dass diese plötzlich tot im Käfig lag, weil sie sich erschreckt hat (Stresstod).

Es gab aber auch schon gegenteilige Berichte, wo die Mäuse ruhig und zutraulich waren.

Sozialverhalten

Wie alle Mäuse leben auch diese in einer Gruppe und müssen somit mindestens zu zweit gehalten werden. Allerdings scheint je nach Art, die Fortpflanzung schwierig zu sein beziehungsweise sehr lange zu dauern. Bei zu großen Gruppen kann es wohl zu Problemen kommen. Je nach Art können sie wohl futterzahm werden, unsere sind da eher total verängstigt.

Geräusche

Hörbare Geräusche machen die Kleinen von sich aus nicht, allerdings sind sie sehr aktiv im Rad und da sie immer abwechselnd rein und raus springen wird es schon mal lauter.


Haltung


Bei der Haltung ist wichtig, dass die Tiere in Gruppen gehalten werden, um Nachwuchs zu vermeiden, keine gemischten Gruppen. Ob reine Männchen- oder Weibchengruppen besser sind, können wir noch nicht sagen. Die Käfiggröße sollte unserer Meinung nach nicht kleiner als 100cm Länge x 40cm Tiefe x 40cm Höhe.
Bei Streifengrasmäusen muss der gesamte Käfig sehr selten gereinigt werden (wir haben nach einem Monat gewechselt, aber einige meinte auch dass locker 4-6 Monate reichen), am wichtigsten ist , dass die Kloecke gereinigt wird. Diese ist bei unseren IM Fressnapf und wird somit täglich gereinigt, sollten sie in eine separate Ecke machen sollte auch einmal die Woche reichen. Frischfutter und Wasser natürlich jeden Tag austauschen. Bei Wasser- oder Futtermangel kann es wohl bei Streifengrasmäusen leichter zu Kanibalismus kommen.

Art der Unterbringung:


(+ Vorteil, ~ neutral, - Nachteil)
Gitterkäfig:
    + Trinkflasche ist von Außen anbringbar
    + die Gitterstäbe dienen als Klettermöglichkeit
    + gut ausbaubar
    ~ Streu kann herausfallen, allerdings wühlen die Mäuse nicht so stark

    - es muss mindestens ein 0,6cm Gitter sein, allerdings kommen hier Jungtiere immer noch hinaus
    - manche Tiere nagen sehr viel an den Gittern
    - Gitter behindern die Sicht
Aquarium:
    ~ freie Sicht

    - Greifen von oben löst Fluchtreflex aus
    - Anbringen von Sachen ist schwieriger
    - es muss eine extra Abdeckung angebracht werden, da die Mäuse sehr hoch springen können
Terrarium:
ein spezielles Nager Terrarium nennt man Cricetinarium.
    + gute Belüftung bei dem Nagerterrarium
    + man kann sie von vorn greifen

    ~ Streu fällt nicht raus

    - Anbringen von Sachen ist schwieriger
    - nimmt man ein normales Terrarium, kann es zu Problemen mit den Krallen und der unteren Lüftung kommen, da die Kleinen darauf herumlaufen und sich verletzen können, wenn die Löcher zu groß sind


Für die, die keinen Käfig selber bauen können oder wollen, hier ein paar Vorschläge, die unserer Meinung nach eine gute Alternative darstellen:
Fressnapf - Freddy (aber bitte die Plastikeinrichtung austauschen)
Fressnapf - Vivaro 120 Choco Vanilla
Fressnapf - Theo

Standort

Das Mäuseheim sollte etwas höher und nicht im Durchlaufbereich stehen, da beim Vorbeilaufen sonst ein Fluchtreflex ausgelöst wird. Standort sollte ruhig und frei von Zigarettenrauch, intensiven Gerüchen (keine Küchen), Zugluft, direkter Sonneneinstrahlung und starken Temperaturschwankungen sein.
Da die Mäuse auch nachts laut sein können, sollten sie nicht im Schlafzimmer stehen.

ideale Raumtemperatur: 25°C am Tag und 20°C in der Nacht (um die Temperaturen zu erreichen kann eine Wärmelampe an einer Ecke angebracht werden, die aber aus Reichweite angebracht werden muss)

Zubehör

  • Trinknapf/-flasche
  • Fressnapf
  • Badeschale/Kloschale: wäre gut, allerdings machen die Mäuse meist in den Fressnapf oder direkt neben dem Fressen
  • Laufrad: dient zur Bewegung, aber Achtung nur Laufräder mit einer offenen und einer geschlossenen Seite benutzen, und mit geschlossener Lauffläche
  • mind. zwei Versteckmöglichkeiten in Häuserart (wo alle Tiere reinpassen), zusätzlich kann man Tonblumentöpfe, Brücken etc als Verstecke nehmen
  • Tunnel/Röhren, sollten aus Holz oder Pappe sein
  • Transportbox: für Tierarztbesuche und zum Kauf, sollte groß genug für alle sein
  • Einstreu, Heu und Papiertücher und Pappe zum Nestbau
  • Klettermöglichkeiten: Seile, Leitern, Holzstangen etc. die Streifenmäuse sind gute Kletterer und erklimmen fast alles
Hier gibt es noch ein paar Links auf andere Seiten von uns:

Nachwuchs

Die Männchen sind mit ca. 10 Wochen geschlechtsreif, die Weibchen erst nach 4-5 Monaten.

Paarung

Das Weibchen sollte 6-12 Monate alt sein bei dem ersten Wurf.

Schwangerschaft & Geburt

Nach 21 Tagen werden 1-6 Jungen geboren.

Entwicklung der Jungen

Die Jungen werden nackt blind und taub geboren, haben aber schon die typische Streifenzeichnung. Nach etwa 12 Tagen öffnen sie die Augen und nach 30 Tagen sind sie schon selbständig, sollten aber trotzdem nicht allein leben müssen.



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