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Anatomie der Farbmaus - Hausmaus (Mus musculus)

Bei der Anatomie geht es um den Aufbau von Organismen, sowohl den äußeren als auch inneren.
Um die Bilder der Organe einer sezierten Rennmaus zu sehen, müssen sie mit der Maus drüber fahren, beim Anklicken werden diese vergrößert. Dies ist aus Rücksicht auf die gemacht, die zwar den Artikel lesen wollen, aber kein totes Tier sehen möchten.

Die textliche Beschreibung bezieht sich zum größten Teil auf die Farbmaus, die Bilder sind von einer sezierten Rennmaus.
Die Rennmaus ist einer unserer weiblichen Nachwuchsmäusen, die eingeschläfert werden musste. Da ich als Biologisch Technische Assistentin gelernt habe Tiere zu sezieren, habe ich hier mal dokumentiert wie die innere Anatomie der Maus aussieht. Wir bitten aber darum nicht selber Tiere zu töten, dies darf man nur mit vorheriger Ausbildung. Bitte denkt auch daran, dass es sich um ein Lebewesen gehandelt hat, dass man immer noch respektieren sollte.



Skelett

Die Wirbelsäule der Maus besteht aus 7 Halswirbeln (wie bei den meisten Säugetieren), 13 Brustwirbeln (-> 13 Rippen), 6 Lendenwirbel, 3-4 Kreuzwirbeln und je nach Art unterschiedlich vielen Schwanzwirbeln.
Die Schulter besitzt Schulterblatt und Schlüsselbein. Sie haben an den Extremitäten vorne 4 Zehen mit Krallen und eine stark verkümmerte Großzehe, hinten haben sie 5 Zehen mit Krallen (je nach Nager kann die Anzahl der hinteren Zehen von 3-5 schwanken).
Sowohl Ober- als auch Unterkiefer besitzen pro Hälfte einen Nagezahn / Schneidezahn (incisivus), welcher immer weiter wächst und drei molare Backenzähne. Nager besitzen keine Eckzähne (canini) oder prämolaren Backenzähne.
Zahnformel : I1 C0 P0 M3 (oben) und I1 C0 P0 M3 (unten)

Lymphsystem

Das Lymphatische System gehört zum Immunsystem der Wirbeltiere und unterteilt sich in lympahtische Organe und das Lymphgefäßsystem. Das Lymphgefäßsystem dient nicht nur zur Abwehr von Krankheitserregern und Fremdpartikeln, sondern spielt auch eine Rolle beim Wassertransport und steht in enger Verbindung zum Blutkreislauf.
Die lymphatischen Organe haben sich darauf spezialisiert Lymphozyten zu differenzieren und zu vermehren. Die Organe werden in primär und sekundär unterteilt:
  • primär: Differenzierung von Vorläuferzellen in immunkompetente T- bzw. B-Lymphozyten in Thymus (bei jungen Mäusen direkt unter dem Brustbein (Sternum), bei erwachsenen Tieren ist er kaum noch auszumachen) und Knochenmark (bei Mensch und Maus, für andere Säuger teils nicht bekannt)
  • sekundär: durch Zusammentreffen von Antigenen und immunkompetenten Lymphozyten wird eine spezifische Immunantwort ausgelöst in Lymphfollikel, Peyer-Plaques, Tonsillen ("Mandeln"), Milz, Lymphknoten und Wurmfortsatz (Anhang vom Blinddarm, der Teil der bei OPs entfernt wird)
    Bei allen Labornagern (und auch bei Kaninchen) finden sich u.a. Ansammlungen vom Lymphknoten in folgenden Körperregionen:
    • Unterkieferbereich (Lymphocentrum mandibulare)
    • Halsbereich (Lymphocentrum cervicale)
    • Mediastinalbereich (Lymphocentrum mediastinale)
    • Achselbereich (Lymphocentrum axillare)
    • Beckendach (Lymphocentrum iliacum)
    • Leistenbereich (Lymphocentrum subiliacum)
    • Kniekehle (Lymphocentrum popliteum)
    Eine Besonderheit des lymphatischen Systems von Maus und Ratte stellen die mit bloßem Auge deutlich erkennbaren Inseln lymphatischen Gewebes auf dem Dünndarm dar, die als Peyer’s Patches bezeichnet werden und gelegentlich irrtümlicherweise für Tumoren gehalten werden.


Organe

Rennmaus innere Organe Rennmaus innere Organe

Lunge (lat. Pulmo, -onis m)

Rennmaus Lunge

Es gibt eine rechte (Pulmo dexter) und eine linke Lunge (Pulmo sinister), wobei die rechte Lunge 4 Lappen besitzt und die linke nur einen. Rechte Lunge: Vordere Lappen (Lobus cranialis), Mittlere Lappen (Lobus medius), Hintere Lappen (Lobus caudalis), Hilfslappen (Lobus accessorius). Beim Menschen besteht der rechte Lugenflügel aus 3 Lappen und der linke aus 2.

Herz

Rennmaus Herz

Das Herz ist ein muskuläres Hohlorgan, welches alle Organe des Körpers mit Blut versorgt indem es dieses mit rhythmischen Kontraktionen durch diesen pumpt. Bei allen Säugetieren hat das Herz vier Kammern (rechte und linke Vorhof, rechte und linke Hauptkammer). Die rechte Seite pumpt das Blut durch den Lungenkreislauf und die linke Seite durch den Körperkreislauf.

Leber und Gallenblase

Rennmaus Leber und Gallenblase

Die Leber wird in fünf Lappen geteilt (beim Menschen nur in vier), seitliche rechte (Lobus lateralis dexter) und linke (Lobus lateralis sinister), mittlere rechte und linke (Lobus medialis dexter/sinister) und einen hinteren (Lobus caudatus).
Die Leber hat eine große Aufgabe bei den Stoffwechselfunktionen und ist bei Wirbeltieren die größte Drüse. Die wichtigsten Aufgaben beinhalten die Produktion lebenswichtiger Eiweißstoffe, Verwertung von Nahrungsbestandteilen (speichert z.B. Glukose und Vitamine), Gallenproduktion und somit auch Abbau und Ausscheidung von Stoffwechselprodukten und Medikamenten / Giftstoffe. Die Nährstoffe gelangen mittels Blut vom Darm zur Leber.

Wie die meisten Säugetier hat die Maus ebenfalls eine Gallenblase (Ausnahme : Ratte, Faultiere, Giraffen, Tapire, Pferde und viele Hirsche besitzen keine Gallenblase). Diese ist ein Hohlorgan der Wirbeltiere, welches die von der Leber produzierten Galle speichert und eindickt. Die Galle wird zur Verdauung von Fetten im Darm benötigt. Galle bezeichnet somit nicht das Organ.

Bauchspeicheldrüse - Pankreas

Die Pankreas ist ein Drüsenorgan der Wirbeltiere und liegt quer im Oberbauch an der Milz und dem Dünndarm an. Da die von ihr gebildeten Verdauungsenzyme nach außen in den Zwölffingerdarm abgegeben werden, zählt diese zu den exokrinen Drüsen (geben Sekrete in den Körperhohlraum oder an die Hautoberfläche ab). Die Verdauungsenzyme dienen zur Spaltung von Eiweißen, Kohlenhydraten und Fetten im Darm, damit diese resorbiert (aufgenommen) werden können.
Zusätzlich werden in der Pankreas auch Hormone gebildet, die ans Blut abgegeben werden können, was diese Drüse ebenfalls zu den endokrinen Drüsen (geben Sekrete ans Blut ab) einsortiert. In diesem Bereich werden vor allem Insulin und Glucagon gebildet, die den Blutzuckerspiegel regulieren und für Verdauungsprozesse verantwortlich sind.

Milz

Die Milz gehört zum lymphatischen System und hat drei wichtige Aufgaben, die mit den Blutkörperchen zu tun haben.
    1. Vermehrung der Lymphozyten (weiße Blutkörperchen) zur Hilfe der Abwehr körperfremder Stoffe
    2. Speicherort für Monozyten (weiße Blutkörperchen)
    3. Aussonderung alter roter Blutkörperchen. In frühen Entwicklungsphasen ist sie auch an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt.


Niere

Rennmaus Niere

Die Nieren sind immer paarweise bei Wirbeltieren vorhanden. Die Niere hat verschiedene Funktionen:
Durch Bildung von Harn wird die Ausscheidung von Endprodukten des Stoffwechsels (harnpflichtigen Substanzen, z.B. Harnsäure, Harnstoff) und Giftstoffen (z.B.Medikamente) aus dem Körper gewährleistet. Der Harn wird über die Harnwege aus dem Körper ausgeschieden.
Regulierung des Wasserhaushaltes (Auswirkung auf Blutdruckeinstellung) und Kontrolle der Zusammensetzung des Harns (reguliert Elektrolyse- und Säure-Base-Haushalt).
Betreibt Gluconeogenese (Umwandlung/Herstellung von Glucose)
Produktion von Hormone, wie beispielsweise Erythropoetin, für die Blutbildung und Abbau von Peptidhormonen.
Viele der Funktionen werden wiederum durch Hormone gesteuert, aber auch viele Funktionen der Niere selbst werden durch Hormone gesteuert.

Die Konzentration des Urins hängt von der Umgebung ab, bei Tieren die in sehr trockenen Gegenden leben ist der Urin hochkonzentriert, damit nicht zuviel Wasser verloren geht. Der penetrante Geruch kommt übrigens vom Ammoniak, der beim Abbau des Harns in der Umwelt entsteht, Geruchsbelästigung kann auch durch einige Lebensmittel verursacht werden (beim Mensch z.B. Spargel). Es gibt Tierarten die mittels Urin ihre Gebiete markieren oder erkennen ob weibliche Tiere paarungsbereit sind.

Magen

Rennmaus Zunge (die Zunge ist der Beginn des Verdauungstraktes)

Der Magen ist ein Hohlorgan aus Muskelgewebe, welches innen mit einer Schleimhaut überzogen ist. Die meisten Tiere und der Mensch besitzen einen einhöhligen Magen, Wiederkäuer und Vögel allerdings einen mehrhöhligen Magen. Im Magen wird die Nahrung mit Magensaft versetzt, welcher vor allem aus dem eiweißspaltenden Enzym Pepsin und Salzsäure besteht. Zusätzlich wird der Nahrungsbrei auf gleiche Temperatur gebracht und zwischengespeichert. Beim Menschen steigt die Abgabe von Magensaft bei der Nahrungsaufnahme von ca 10ml auf 1000ml pro Stunde. Die Muskelkontraktion (Peristaltik) des Magen schiebt den Nahrungsbrei in den Zwölffingerdarm weiter.

Darm

Der Darm ist der wichtigste Teil des Verdauungstraktes (Mundhöhle, Speiseröhre, Magen, Darm, After, Leber mit Gallenwegen und Bauchspeicheldrüsen) und wird in zwei große Bereiche unterteilt Dickdarm und Dünndarm. Diese werden wiedrum unterteilt:
Dünndarm (Intestinum tenue): Zwölffingerdarm (Duodenum), Leerdarm (Jejunum) und Hüftdarm/Krummdarm (Ileum)
Dickdarm (Intestinum crassum): Blinddarm (Caecum), Grimmdarm (Colon), Mastdarm/Enddarm (Rektum)
Durch die feinen Darmzotten ist die Oberfläche sehr viel größer als man auf dem ersten Blick denken würde (beim Menschen 400 - 500 m² - ein Baskettballfeld hat 420m²), außerdem ist der gesamte Darm von Mikroorganismen besiedelt (Darmflora).
Die Länge der einzelnen Bereiche hängt vor allem von der Hauptnahrungsquelle ab, bei Fleischfressern (Carnivoren) ist der Darm sehr kurz, da das Fleisch leicht verdaut werden kann. Bei Pflanzenfressern (Herbivoren) ist der Darm am längsten, da Pflanzenfasern schwer verdaubar sind, außerdem brauchen viele Pflanzenfresser zusätzliche "Techniken" um möglichst viele Nährstoffe aus den Pflanzen aufnehmen zu können (z.B. Wiederkauen). Allesfresser (Omnivoren) haben eine mittlere Darmlänge. Zudem gibt es auch einen Unterschied im Aufbau des Gebiss und der Größe des Blinddarms.
Verhältnis von Darmlänge zu Körperlänge: Katze 3:1 (Carnivoren), Mensch 6:1 (Omnivoren), Schaf 24:1 (Herbivoren)

Genitalien

Weiblich:



  • Ovar (Eierstock) - paarweise (Ovarien)

    produziert die Eizellen (die Eizellen sind schon vor der Geburt angelegt) und weibliche Geschlechtshormone

  • Ovidukt (Eileiter) - paarweise

    leitet reife Eizellen zur Gebärmutter weiter, hier kann auch die Befruchtung erfolgen, wenn Spermien anwesend sind

  • Uterus (Gebärmutter) - je nach Tierart paarweise

    Die Gebärmutter ist ein aus drei Schichten aufgebautes Hohlorgan ( Perimetrium, Myometrium (Muskelatur), Endometrium (Schleimhaut) ) , wobei die innere Höhle Cavum uteri genannt wird.
    Die Gebärmutterschleimhaut wird im monatlichen Zyklus hormonell gesteuert auf- und abgebaut. Kommt es in diesem Zeitraum nicht zur Befruchtung, dann erfolgt bei Primaten die Monatsblutung (Menstruation). Nicht-Primaten zeigen ebenfalls zyklische Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut im Verlauf des Sexualzyklus, eine Menstruation gibt es bei ihnen allerdings nicht.
    Bei einer Befruchtung und erfolgreichen Einnistung der befruchteten Eizelle (Zygote), wächst die Gebärmutterschleimhaut weiter und stellt die Versorgung des heranwachsenden Embryonen sicher. Nach der Geburt wird bei Primaten die Gebärmutterschleimhaut mit der Plazenta als Nachgeburt ausgestoßen.
    Säugetiere und viele lebendgebährenden Wirbeltiere haben paarige oder unpaare Uteri.
    Bei Menschen und anderen Primaten entsteht die Gebärmutter aus dem paarigen Müller-Gang, wobei linker und rechter zu einem einheitlichen Hohlorgan (Uterus simplex) verschmelzen.
    Bei einigen Säugetieren z.B. alle Raub- und Huftiere wachsen die Gänge nicht komplett zusammen, sondern werden paarig angelegt : Uterus bicornis (zweihörnige Gebärmutter)
    Bei Hasenartigen, vielen Nagetieren, Riesengleitern, Beutelsäugern und Kloakentieren bleibt der gesamte Uterus paarig (Uterus duplex).


Männlich:

baustelle




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